| Literatur |
– Michael Gehler und Robert Rollinger (Hg.), Imperien und Reiche in der Weltgeschichte, Wiesbaden, 2014.
– Walther L. Bernecker und Horst Pietschmann, Geschichte Spaniens. Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Stuttgart, 2005.
– Walther L. Bernecker, Spanische Geschichte, München, 2020.
- Bartolomé de las Casas, Brevísima relación de la destrucción de las Indias, Sevilla, 1552.
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| Lerninhalte |
„In meinem Reich geht die Sonne nicht unter“ – der Satz Phillip II. von Spanien gehört zu den bekanntesten Selbstbeschreibungen imperialer Herrschaft. Doch war die Spanische Monarchie überhaupt ein Imperium? Das Seminar nimmt diese Spannung zum Ausgangspunkt. In einem ersten Teil wird der Kriterienkatalog der vergleichenden Imperienforschung (Gehler/Rollinger) erarbeitet. In einem zweiten prüfen wir diese Kriterien systematisch am spanischen Fall: territoriale Expansion und Herrschaft über heterogene Bevölkerungen, Zentrum-Peripherie-Verhältnisse, ökonomische Erschließung, religiöse Legitimation und Universalanspruch, Elitenintegration sowie Krise und Zerfall. Ein dritter Teil widmet sich der Geschichtsschreibung selbst: Kaum ein Imperium ist so gegensätzlich erinnert worden wie das spanische – zwischen „schwarzer Legende“ (leyenda negra) und apologetischer „rosa Legende“, die noch in aktuellen Debatten in Spanien und Lateinamerika präsent sind.
Spanischkenntnisse sind willkommen, aber nicht erforderlich; alle Quellen werden in Übersetzung bereitgestellt. |