Die Beherrschung der deutschen Sprache nimmt für das soziale Verständnis von Integration eine Schlüsselfunktion ein. So ist es nicht verwunderlich, dass alle Bundesländer bei der Beschulung von neu zugewanderten Schüler*innen in Deutschland einen Fokus in der Förderung von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) sehen. Abgesehen von dieser groben Linie scheint die (Erst-)Beschulung von Seiteneinsteiger*innen im deutschen Schulsystem so fragmentiert wie unübersichtlich.
In Baden-Württemberg werden mit „Vorbereitungsklassen (VKL)“ und dem „Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf (VABO)“ eigene Klassen für unterschiedlichen Altersstufen geboten, die zwar an allgemeinbildenen Schulen angesiedelt sind, aber doch zum Großteil eine Parallelstruktur bilden. Ähnlich verhält es sich mit „Willkommensklassen“ in Berlin. In Nordrhein-Westfalen wird unter dem Konzept „Durchgängige Sprachbildung“ den Schulen die Entscheidung überlassen, ob sie Newcomer in innerer oder äußerer Differenzierung beschulen wollen, während in Niedersachsen die sofortige Einbindung in den Regelschulbetrieb angestrebt wird.
Die Bundesländer erarbeiten in der Regel keine ausgearbeiteten Lehrpläne. Grobe Leitlinien wie der „Orientierungsrahmen“ in Baden-Württemberg geben den Großteil der konzeptionellen Arbeit an die Schulen weiter.
Wir werden uns zunächst mit den verschiedenen Konzepten und Ebenen vertraut machen. Theoretische Ansätze aus der Mehrsprachigkeits- und Migrations- und Fluchtforschung werden uns bei einer ersten Einordnung helfen, die auch diskriminierungssensibel unter Anderem nach strukturellem Rassismus fragen.
Im Sinne poststrukturalistischer Ansätze werden wir uns auch damit beschäftigen, welche Positionen im Schulgefüge den Schüler*innen durch von uns beobachtete Praktiken zugewiesen werden.
Unser Ziel kann es nicht sein, klare Aussagen über „Best Practices“ zu treffen, sondern verschiedene Konzepte theoriebasiert gegenüberstellen zu können und Näherungen zu versuchen, welche Implikationen damit für betreffende Schüler*innen verbunden sind.
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