Liebe Teilnehmer*innen,
sich und seine Arbeiten in der Öffentlichkeit zu präsentieren ist eine Aufgabe die besonderer Vorbereitung bedarf. Dieser Kurs soll auf diesen speziellen Anlass vorbereiten und die Veränderungen, die dazu vonnöten sind, bewusst machen und handhabbar. Öffentlich Lesen ist eine Form des Auftrittes. Die Situation macht aus einer meist unbekannten Leserschaft ein Publikum. Wie gehe ich mit diesem um? Wie möchte ich meine öffentliche Person einbringen? Was wird aus meiner schriftstellerischen Arbeit, wenn ich von der schreibenden zur Interpretierenden Person werde? Der Kurs wird in vier kompakten Terminen zum einen im Bereich der Selbsterfahrung ansetzen, zum anderen im Bereich der Textgestaltung im sprachlichen Sinne. Dazu werden Grundkenntnisse in Atemtechnik, Stimmführung und Aussprache mit Kenntnissen in Stimmlicher und Sprachlicher Vergrößerung verbunden. Körpersprachliche Hinweise zu Auftreten und ein Hinterfragen von möglichen Wirkungen auf die Zuhörerschaft werden mit den Teilnehmer*innen erkundet und eingeordnet.
Termin 1 dient der allgemeinen Platzierung des Themas und vermittelt in praktischer Arbeit die Kenntnisse in Atmung und körperlich energetischer Ausrichtung, auf der die anderen drei Termine dann aufbauen.
Termin 2 konzentriert sich auf die Sprache, ihre Besonderheiten in Klang, Spannung und Wirkung auf uns als Interpret*innen und Zuhörer*innen.
Termin 3 konkretisiert das bisherige auf den öffentlichen Moment, die öffentliche Ansprache und stellt den Bezug zum eigenen Text in diesem besonderen Kontext her.
Termin 4 vertieft die Entscheidungsfähigkeit der Textführung im öffentlichen Raum und führt in die Wechselwirkungen von tatsächlichen Lesungsumständen ein, wie den scheinbar so einfachen Gang zum Lesepodest oder der Einordnung einer begrüßenden Laudatio, die uns vielleicht auf dem Weg zum Lesepult noch überrascht.
Am Ende des Kurses wird nicht der Erwerb einer perfekten Aussprache stehen. Doch werden Kriterien für die Beurteilung und Wahrnehmung der öffentlichen Situation geschaffen sein, zum anderen die Fähigkeiten sich selbst mündiger in diese Situation hinein zu stellen und darin mit den eigenen Texten zu bewegen. |