| Literatur |
Uwe Backes: Politische Extreme. Eine Begriffsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung. Bd. 31), Göttingen 2006; Claudia Fröhlich, Horst-Alfred Heinrich, Harald Schmid (Hrsg.), Jahrbuch für Politik und Geschichte, Bd. 2: Extremismus und Geschichtspolitik, Stuttgart 2011; Astrid Bötticher/Miroslav Mareš, Extremismus. Theorien – Konzepte – Formen, München 2012; Uwe Backes, Eckhard Jesse: Vergleichende Extremismusforschung, Baden-Baden 2005; Dies., Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland. 4. Auflage. Bonn 1996; Dies. (Hrsg.), Gefährdungen der Freiheit. Extremistische Ideologien im Vergleich, Göttingen 2006; Anton Pelinka: Die unheilige Allianz. Die rechten und die linken Extremisten gegen Europa, Wien 2015; Winfried Brömmel/Helmut König/Manfred Sicking (Hrsg.), Populismus und Extremismus in Europa. Gesellschaftswissenschaftliche und sozialpsychologische Perspektiven, Bielefeld 2017; Eckhard Jesse/Tom Mannewitz (Hrsg.), Extremismusforschung. Handbuch für Wissenschaft und Praxis, Baden-Baden 2018; Fabian Fischer, Die konstruierte Gefahr. Feindbilder im politischen Extremismus, Baden-Baden 2018, Alexander Akel: Strukturmerkmale extremistischer und populistischer Ideologien. Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Baden-Baden 2021. |
| Voraussetzungen |
Voraussetzung für die erfolgreiche Bescheinigung der Teilnahme:
- Ausführliche Vorbereitung mithilfe der angegebenen Literatur
- Aktive Mitarbeit
- Abgabe einer mind. 5-seitigen Reflexion
Voraussetzung für die erfolgreiche Bescheinigung der Prüfung:
- Ausführliche Vorbereitung mithilfe der angegebenen Literatur
- Aktive Mitarbeit
- Absprache einer Forschungsfrage mit dem Dozenten
- Abgabe einer formgerechten Hausarbeit |
| Lerninhalte |
Extremismus ist in der Forschung umstritten. Der Begriff ersetzte den bis dahin üblichen Begriff des Radikalismus, der für politische Extrempositionen innerhalb einer politischen Landschaft stand. Der behördliche, gerichtliche und politische Zugang unterscheidet sich von dem der Wissenschaft. Im ersten Fall handelt es sich um politische Bestrebungen und Handlungen, die als rechtsstaatsgefährdend und verfassungsfeindlich gelten. Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich um die äußersten Ränder des politischen Spektrums. Uwe Backes definierte Extremismus als „politische Diskurse, Programme und Ideologien, die sich implizit oder explizit gegen grundlegende Werte und Verfahrensregeln demokratischer Verfassungsstaaten richten“. Definition und Anwendung des in der Politikwissenschaft etablierten Begriffs sind umstritten. Geschichtswissenschaftlich ist für eine ideologisch-politisch unmotivierte Herangehensweise zu plädieren, der Horizont einer vergleichenden Betrachtung verschiedener Formen des Extremismus zu weiten, um Differenzierungen zu erarbeiten sowie einseitige Blickrichtungen zu vermeiden.
Zielsetzungen und Wirkungen: Kenntnisse für die erfolgreiche Absolvierung eines Bachelorstudiums, kritische Reflexion des Fachs (Zeit-)Geschichte, seiner Grenzen und Möglichkeiten mit Blick auf die Analyse geschichtlicher Beispiele des Extremismus, seines historischen Entstehungshintergrunds, seiner Gegner, Entwicklungen, Folgen, Rezeptionen, wissenschaftlichen Urteile und politischen Wirkungen.
|