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Jacques Rancière: Aisthesis - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar
Veranstaltungsnummer 0722 Kurztext
Semester WiSe 2022/23 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen 40 Max. Teilnehmer/-innen 40
Rhythmus i.d.R. jedes Semester Studienjahr / Zielgruppe Master-Studierende (für Bachelor-Studierende geöffnet)
Credits 3 Anmeldung Anmeldepflicht , Vergabe: Manuell (?)
Hyperlink   Evaluation Noch nicht entschieden
Sprache deutsch
Anmeldefristen Anmeldung (Einzelvergabe)    13.09.2022 - 27.10.2022 23:59:59    aktuell
Anmeldung zweite Runde (Einzelvergabe)    29.10.2022 - 03.11.2022 23:59:59   
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum (mögliche Änderungen beachten!) Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export
Mo. 16:00 bis 18:00 c.t. wöchentlich von 07.11.2022  Hs 46 / Weißes Haus - Hs 46/003 (Bibliothek Philosophie und Handapparat Kulturpolitik) Raumplan        
Gruppe 1-Gruppe:


Zugeordnete Personen
Kontaktperson (durchführend) Zuständigkeit
Hetzel, Andreas, Professor Dr. phil. habil. verantwortlich und durchführend
Weitere Person Zuständigkeit
Learnwebbearbeitung,  nicht durchführend, nicht verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang Semester ECTS Kontingent
Bachelor B.A. Philosophie-Künste-M
Master M.A. Phil.u.Künste interk
LSF - Module
Modulkürzel Modultitel
0ERA-3LP Veranstaltungen mit 3 Credits f. ausl. Programmstud. (ERASMUS)
PH-Aesth2 Modul 5 (BA H): Ästhetik (2SWS)
PKI-PraPh MA H PKI-Modul: Praktische Philosophie
PKI-ThePh MA H PKI-Modul: Theoretische Philosophie
PKI-Aesth MA H PKI-Modul: Ästhetik
0ERA-8LP Veranstaltungen mit 8 Credits f. ausl. Programmstud. (ERASMUS)
PH-AM BA H+NF (Phil) Aufbaumodul
MPH-ZWS MA H+NF (Phil) Zeichen und Wirklichkeit (S)
PH-Vert BA H (Phil) Vertiefungsmodul Philosophie BA PKM
PH-TPS (Phil+) Texte und Positionen (S)
MPH-PdKS MA H+NF Philosophie der Künste (S)
MPI-EuPS MA H+NF Ethik und Politik (S)
PH-KMS (Phil+) Kultur und Medien (S)
PH-WKS (Phil+) Wahrnehmung und Künste (S)
Zuordnung zu Einrichtungen
Inst. für Philosophie
Inhalt
Literatur

Im Seminar lesen wir zunächst zwei einführende Kapitel aus Rancières Die Aufteilung des Sinnlichen (Berlin 2006), und zwar "Von der Aufteilung des Sinnlichen und den daraus folgenden Beziehungen zwischen Politik und Ästhetik" (25-34) und "Von den Regimen der Künste und der mäßigen Relevanz des Begriffs der Moderne" (35-49).

Der Schwerpunkt der Lektüre liegt dann auf Rancières neuerer Monografie "Aisthesis. Vierzehn Szenen" (Wien 2011). Hier geht Rancière auf Schlüsselszenen der künstlerischen Moderne in Skulptur, Malerei, Fotografie, Film, Architektur und Performancekunst ein, die wiederum im Lichte ebenso klassischer Theoretisierungen (von Winckelmann über Hegel bis Benjamin) interpretiert werden. Neben der Lektüre dieser "Szenen" sollen im Seminar auch die Kunstwerke, auf die sich Rancière bezieht, selbt gewürdigt und zum Sprechen gebracht werden.

Bemerkung

Studienleistung: Kurzvortrag mit Stundenmoderation 

möglicher Modulabschluss: Hausarbeit oder mündliche Prüfung

Voraussetzungen

Theoretische Neugierde und im Idealfall Grundkenntnisse klassischer Ästhetischer Theorien (Kant, Schiller, Hegel, Adorno).

Lerninhalte

Im Gefolge Immanuel Kants ging die Philosophische Ästhetik über lange Zeit von einer Autonomie der Kunst aus: Ästhetische Geltungsansprüche unterscheiden sich grundsätzliche von moralisch-praktischen und epistemischen Geltungsansprüchen, Kunstwerke zeichnen sich durch eine „Zeckmäßigkeit ohne Zweck“ aus und erfüllen darüber hinaus keinerlei gesellschaftliche Funktion. Im 20. Jahrhundert kritisieren die historischen Avantgardebewegungen (Futurismus, Dada, Surrealismus) die von der Autonomieästhetik gezogenen Grenzen zwischen Kunst, Politik und Leben, indem sie einerseits den Alltag ins Museum holen (etwa in Form von Marcel Duchamps Readymades) und andererseits den außermusealen Raum als Bühne künstlerischer Aktionen und Interventionen erkunden. In diesem Zusammenhang setzen sich Autoren wie Bertold Brecht und Walter Benjamin für ein Konzept engagierter Kunst ein, die nicht länger am Autonomieanspruch bürgerlicher Kunst festhält, sondern sich dezidiert in den Dienst einer Humanisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse stellt. Theodor W. Adorno hält demgegenüber in seiner Ästhetischen Theorie emphatisch am Autonomiegedanken fest: Nur eine solche Kunst könne
(auch politisch) widerständig sein, die sich gegen jede Indienstnahme immunisiere und als „gesellschaftliche Antithesis der Gesellschaft“ oder als Statthalter eines „Nichtidentischen“ fungiere.

Während die Debatte zwischen Benjamin und Adorno die Diskussionen in der philosophischen Ästhetik bis ins späte 20. Jahrhundert hinein geprägt hat, erhielt die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Politik im zurückliegenden Jahrzehnt durch die Arbeiten des französischen Philosophen Jacques Rancière
neue Impulse. Rancière hebt dabei insbesondere das Machtpotenzial der Kunst hervor: Für ihn sind Kunst und Politik keine feststehenden und voneinander getrennten Wirklichkeiten, sondern zwei Weisen der „Aufteilung des Sinnlichen“. Rancière zeigt zunächst, wie eine „polizeiliche“ Politik in modernen Gesellschaften immer auch „Regime der Sichtbarkeit“ erzeugt und nutzt. Diese Regime weisen den Individuen einen sozialen Ort an, sprechen ihnen Eigenschaften und Fähigkeiten zu oder ab und produzieren damit immer auch Anteilslose, die insofern nicht zählen, als sie nicht wahrgenommen werden, nicht in Erscheinung treten können. Interventionen der Kunst sind für ihn insofern genuin politisch, als sie diese sozialen Ordnungen der Sichtbarkeit selbst sichtbar machen und damit einem kritischen Blick aussetzen. Damit eröffnet Rancière eine Perspektive, das Verhältnis von Kunst und Politik in einer Weise neu zu denken, die den von der Debatte zwischen Benjamin und Adorno vorgegebenen Referenzrahmen verlässt.

 

 

 

 


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Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2022/23 gefunden:
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