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Demokratie als Lebensform - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Vorlesung Learnweb   Logo Learnweb
Veranstaltungsnummer 0704 Kurztext
Semester WiSe 2021/22 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen 100 Max. Teilnehmer/-innen 100
Rhythmus i.d.R. jedes Semester Studienjahr / Zielgruppe Bachelor-Studierende (für Master-Studierende geöffnet)
Credits 3 Anmeldung Anmeldepflicht , Vergabe: Manuell (?)
Hyperlink   Evaluation Ja (als gesamte Veranstaltung - online)
Sprache deutsch
Anmeldefristen Anmeldung (Einzelvergabe)    07.09.2021 - 28.10.2021 23:59:59    aktuell
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum (mögliche Änderungen beachten!) Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export
Di. 14:00 bis 16:00 c.t. wöchentlich Externes Gebäude - Online-Lehre (ggf. folgt Raumangabe für Ausnahme Präsenzlehre) Raumplan    

Digital

 
Gruppe 1-Gruppe:


Zugeordnete Personen
Kontaktperson (durchführend) Zuständigkeit
Hetzel, Andreas, Professor Dr. phil. habil. verantwortlich und durchführend
Weitere Person Zuständigkeit
Learnwebbearbeitung,  nicht durchführend, nicht verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang Semester ECTS Kontingent
Bachelor B.A. Philosophie-Künste-M
Bachelor BeglFa Philosophie
Bachelor NbFa Philosophie
Master M.A. Phil.u.Künste interk
Polyvalenter Zwei-Fächer-Bachelor Philosophie (WPF)
LSF - Module
Modulkürzel Modultitel
PKI-PraPh Modul: Praktische Philosophie
MPH-ZWS (Phil) Zeichen und Wirklichkeit (S)
BLPH-SK Schlüsselkompetenzen
MPH-ZWV (Phil) Zeichen und Wirklichkeit (V)
PH-ERZS (Phil) Philosophie und Erziehung (S)
PH-KMV (Phil) Natur und Kultur/Kultur und Medien (V)
BLPH-GPhV Grundthemen der Philosophie (V) (Nebenfach)
0STUDFUND Studium Fundamentale
PH-ERZV (Phil) Philosophie und Erziehung (V)
BLPH-GPhS Grundthemen der Philosophie (S) (Nebenfach)
MPI-EuPV Ethik und Politik (V)
MPI-EuPS Ethik und Politik (S)
PKI-ThePh Modul: Theoretische Philosophie
BPH-TUP2 Modul 7: Texte und Positionen (2SWS)
PH-TPS (Phil) Texte und Positionen (S)
PH-KUM2 Modul 6: Kultur- und Medienphilosophie (2SWS)
PH-KMS (Phil) Natur und Kultur/Kultur und Medien (S)
PH-AM (Phil) Aufbaumodul
PH-Vert (Phil) Vertiefungsmodul Philosophie BA PKM
PH-TPV (Phil) Texte und Positionen (V)
0ERA-3LP Veranstaltungen mit 3 Credits f. ausl. Programmstud. (ERASMUS)
PKI-Vert Stb. 4, MA FB 2: Wahlmodul / freies Vertiefungsmodul (3 LP)
Zuordnung zu Einrichtungen
Inst. für Philosophie
Inhalt
Literatur

Vorgeschlagene begeleitende Lektüren:

 

- Aristoteles, Der Staat der Athener, übers. u. hg. v. Martin Dreher, Stuttgart 2009, 33-56 [besonders: Solon (36-44) sowie Kleisthenes und die Besetzung der Akropolis (52-56)].
- Aristoteles, Eudemische Ethik, hg. von Franz Dirlmeyer, Berlin 1962, Buch VII (Über die Freundschaft), 62-95.
              dazu: Jacques Derrida, Politik der Freundschaft, Frankfurt a.M. 2002, 136-139, 267-269.
- Isabell Lorey, Präsentische Demokratie (2014), https://transversal.at/blog/praesentische-demokratie
- Richard Overton, An Arrow against all Tyrants, in: Andrew Sharp (ed.), The English Levellers, Cambridge 1998, 54-72.
- Jean-Jacques-Rousseau, Gesellschaftsvertrag, übers. u. hg. v. Hans Brockard, Stuttgart 1977, Buch IV, Kapitel 8, Von der bürgerlichen Religion, 140-153
             dazu: Simon Critchley, The Faith oft he Faithless, London/New York 2012, 21-25, 35-46, 67-78.
- A. Hamilton/J. Madison/J.Jay, Die Federalist Papers, hg. v. Barbara Zehnpfennig, München 2007, 93-100;
- Anti-Federalist Papers: John DeWitt 1 (https://www.constitution.org/afp/dewitt01.htm) & John DeWitt 2 (https://www.constitution.org/afp/dewitt02.htm), Centinel 1 (https://www.constitution.org/afp/centin01.htm)
             dazu: Dirk Jörke, „Anti-Federalists“, in: Radikale Demokratietheorie: Ein Handbuch, hg. v. Dagmar Comtesse, Oliver Flügel-Martinsen, Franziska Martinsen und Martin Nonhoff, Berlin 2019, 59-67.
- Alexis de Tocqueville, Über die Demokratie in Amerika, übers. v. Hans Zbinden, München 1976, 69-77, 197-198, 353-357.
- John Dewey, „Die Suche nach der großen Gemeinschaft“, in: ders., Die Öffentlichkeit und ihre Probleme, Bodenheim 1996, 125-155.
- Albert Ogien/Sandra Laugier, Das Prinzip Demokratie, Konstanz 2017, 9-40.
- Michael Walzer, „Leidenschaft und Politik“, in: ders., Vernunft, Politik und Leidenschaft, Frankfurt a.M. 1999, 66-94.
- Judith Butler, „Körperallianzen und die Politik der Straße“, in: dies., Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, Berlin 2016, 91-132.


 

 

Bemerkung

Zwei zusätzliche Sitzungen zum gemeinsamen Diskutieren und Stellen von Fragen finden synchron in BigBlueButton statt.

 

 

Studienleistung (für alle Studiengänge): Vorlesungstagebuch


Auf der letzten Folie jeder einzelnen Sitzung wird eine schriftliche Frage gestellt, die auf ca. einer DIN A4-Seite in einem zusammenhängenden Text zu beantworten ist. Die Beantwortungen dieser Fragen werden nach dem Ende der Vorlesungszeit in einer pdf-Datei zusammengeführt und über das Learnweb eingereicht. Die Abgabefrist endet am 31.02.2022.

 

Prüfungsleistungen:

a) Studiengänge der Fachbereiche 1, 3 und 4: Take-Home-Klausur, die am 08.02.2022 ausgegeben wird und innerhalb einer Woche (also bis zum 15.02.2022) zu beantworten ist.

b) Studiengänge des Fachbereichs 2: Hausarbeit (Abgabe bis zum 31.03.2022) oder mündliche Prüfung in der letzten Woche der Vorlesungszeit. Besprechung der Themen individuell per mail.
Die Veranstaltung kann durch die Studienleistung als Teilmodul in verschiedenen Studienvarianten angerechnet werden.

Voraussetzungen

Interesse am Thema und die Fähigkeit, 90 Minuten einem Vortrag aufmerksam zu folgen.

Lerninhalte

Die Demokratisierungsdefizite unserer heutigen westlichen Gesellschaften lassen sich nicht ausschließlich auf dem Weg einer Suche nach rationalen Rechtfertigungen der Demokratie beheben, sondern nur durch die Etablierung von demokratischen Lebensformen. In Bezug auf Lebensformen hat sich die praktische Philosophie allerdings spätestens seit Kant ein Denkverbot auferlegt. Dieses Denkverbot wurde mit liberalistischen Argumenten begründet. Lebensformen, so das liberalistische Credo, seien gerade in einer demokratischen Gesellschaft frei wählbar; bestimmte Lebensformen normativ auszuzeichnen schwebe in der Gefahr des Totalitarismus. Das Politische Denken der Moderne konzentriert sich insofern nur auf zwei der drei Ideale der französischen Revolution, auf die liberté und égalité, nicht dagegen auf die fraternité. Die Enthaltsamkeit gegenüber der fraternité und den konkreten Formen gemeinsamen Lebens führt einerseits dazu, dass heute der Markt über die Lebensformen entscheidet, dass in unseren westlichen Gesellschaften eine besitzindividualistische und konsumistische Lebensform als universell und scheinbar alternativlos erscheint (mit fatalen sozialen und ökologischen Folgen), andererseits dazu, dass rechte Populismen ein stets latentes Bedürfnis nach Vergemeinschaftung mit ideologisierten Sinnangeboten befriedigen können.

Demokratie muss nicht nur rational begründet und staatlich institutionalisiert werden, sondern in erster Linie gelebt. Sie verkörpert zuvörderst eine Sehnsucht: nach einem angstfreien, vielleicht sogar freudvollen (wenn auch niemals vollständig versöhnten) Miteinander Verschiedener, nach einer
Gemeinschaft Freier und Gleicher, nach einer Zugehörigkeit, die nicht weiter von exkludierenden Voraussetzungen abhängig gemacht würde, nach einer Gesellschaft, die von ihren Bewohnern insofern als ihre Gesellschaft begriffen werden könnte, als sie in ihr den freien Ausdruck ihrer eigenen kollektiven
Praxis sehen, nach der Offenheit von Debatten, die von keiner vermeintlich objektiven Position aus kontrolliert werden können, in denen alle alles zu sagen vermögen.

 


Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 2 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2021/22 gefunden:
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