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Zur Einteilung der Kirchengeschichte in Epochen werden oft bestimmte Ereignisse als Wegmarken und Wendepunkte für bedeutsam erklärt. Kontinuitäten und Brüche erscheinen somit als Folgen einzelner Fakten, Aussagen, Reden und Schriften. Ein Blick in die bereits zeitgenössischen Reflexionen offenbart allerdings oft ein völlig anderes Selbstverständnis der jeweiligen persönlichen Einstellungen und gesamtgesellschaftlichen Zeitumstände. Moden kommen und gehen, mit verschiedenen Zielen – doch welchen Ausgang sie nahmen, können wiederum nur wir Nachgeborenen in der (re-)konstruierenden Rückschau beurteilen. Die unterschiedlichen Zusammenhänge, Parallelen, Einflüsse und Wechselwirkungen lassen sich inhaltlich vor allem an beliebten und weitreichenden Texten, etwa Martin Luthers 95 Thesen, aber auch an äußeren Insignien sowie einfachen Kleidungsstücken nachempfinden, untersuchen und auswerten. Dem wollen wir in diesem Seminar gemeinsam Rechnung tragen. Um die Verbindung von Forschung und Lehre zu beleben, soll dabei auch eine Tagung in Rom in den Blick genommen werden – zum Thema „Päpste und Paramente von Julius II. bis Benedikt XVI. - Textilien, Texte und Kontexte aus sechs Jahrhunderten“ (Rom, 26.-30. November 2025). |