| Literatur |
Ostrom, Elinor (1990): Governing the Commons. The Evolution of Institutions for Collective Action. New York: Cambridge University Press.
Hofmann, Vera et al. (Hg.): Commoning Art. Die transformativen Potenziale von Commons in der Kunst. Bielefeld: transcript.
Gielen, Pascal/Otte, Hanka (2020): Commoning art as political companion. On the issue of participatory democracy, in: Dupin-Meynard, Félix/Négrier, Emmanuel (Hg.): Cultural Policies in Europe. A Participatory Turn? Toulouse: Editions de l'attribut, S. 141–154. |
| Bemerkung |
Studienleistung: aktive Teilnahme, Planung, Durchführung und Auswertung eines Interviews
Prüfungsleistung: wissenschaftliche Hausarbeit (ca. 3000 Wörter), Abgabe bis 31.03.2027 |
| Lerninhalte |
Elinor Ostrom erhielt den Wirtschaftsnobelpreis dafür, dass sie in den 1990er Jahren die These der sogenannten "Tragik der Allmende" widerlegte. Die von dem Biologen Garrett Hardin stammende und breit rezipierte These besagt, dass das Handeln von Individuen immer am Eigennutz orientiert sei, die gemeinsame Nutzung von beispielsweise Fischbeständen oder Wäldern damit notwendigerweise zu deren Übernutzung und damit Zerstörung führe. Ostrom konnte nachweisen, dass Menschen in ganz unterschiedlichen geografischen Kontexten sehr wohl in selbstbestimmten Strukturen Ressourcen nachhaltig gemeinsam nutzen. Während Ostrom sich auf Commons als Güter beschränkt, nimmt die aktuelle Commons-Forschung vor allem den Prozess des bedürfnisorientierten und selbstorganisierten Produzierens und Nutzens in den Blick und spricht hierbei von Commoning. Auch im Diskurs des Kulturbereichs gibt es ein wachsendes Interesse am Commoning: So hat beispielsweise die Kulturstiftung des Bundes im Zeitraum 2024–2027 das Förderprogramm Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen ausgerufen, das, so der Beschreibungstext "auf der Annahme [beruht], dass Kulturinstitutionen in zehn Jahren nur dann eine breite gesellschaftliche Unterstützung genießen werden, wenn sie noch stärker als Gemeingut wahrgenommen werden." Kulturinstitutionen als Gemeingüter: Dieser Ansatz dreht das Verständnis von kultureller Teilhabe auf den Kopf: Es geht hier nicht primär um eine Teilhabe möglichst vieler Menschen am Angebot der Kultureinrichtung, sondern um die Teilhabe der Kultureinrichtung an ihrem (in globale Kontexte eingebunden) lokalen Umfeld. Das Seminar gibt einen Überblick über den Commoning-Diskurs und macht sich auf die Suche nach Praxisbeispielen, um anhand dieser die Anwendung und Anwendbarkeit auf die Praxis zu diskutieren. Die Seminarteilnehmer*innen führen hierfür Interviews mit Praxispartner*innen. Eine Einführung zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung leitfadengestützter Interviews bereitet die Teilnehmer*innen darauf vor. |