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Spekulative Fiktionen und Maschinen-Utopien - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar
Veranstaltungsnummer 2219 Kurztext
Semester WiSe 2026/27 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen 30
Rhythmus Studienjahr / Zielgruppe Bachelor-Studierende (für Master-Studierende geöffnet)
Credits Anmeldung Anmeldepflicht , Vergabe: Automatisch(50%_FachSem./50%_Losen) (?)
Hyperlink   Evaluation Ja - Präsenzveranstaltung
Sprache deutsch
Anwesenheitspflicht Ja (mind. 80%) (?)
Keine Anmeldefrist
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum (mögliche Änderungen beachten!) Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export
Di. 14:00 bis 18:00 c.t. 14-täglich von 27.10.2026  Gebäude G (Hauptcampus) - HC.G.3.09 (Kleiner Seminarraum) Raumplan        
Gruppe 1-Gruppe:


Zugeordnete Person
Kontaktperson (durchführend) Zuständigkeit
Becker, Jenifer Johanna, Dr. verantwortlich und durchführend
LSF - Module
Modulkürzel Modultitel
3MLi-SB311 Lit Transformationen KuG, Literatur TM: Vorlesung/ Seminar
3MLi-SB313 Lit Transformationen KuG, Literatur TM: Übung
3MLi-SB321 Lit Vermittlung KuG, Literatur TM: Vorlesung/ Seminar
3MLi-SB323 Lit Vermittlung KuG, Literatur TM: Übung
LSKK-M61 Theorie der Literatur
LSKK-M62 Poetik von Autor:innen, Gattungen, Genres
LSKK-M11 Schreibszenen
LSKK-M12 Leseszenen
LSKK-M63 Poetologien der Gegenwart
LSKJ-M43KJ Formen: Textsorten und Kommunikationsformen
MLSL-SB212 M2.1, TM 2: Autor*innenschaft. Theorie und Diskurs
MLSL-SB213 M2.1, TM 3: Werkprozesse
MLSL-SB214 M2.1, TM 4: Genre, Stil und Sprache
LSKK-M22 Kritik und Diskurse
MLSL-SB221 M2.2, TM 1: Lektorieren
LSKJ-M31 Literatur interdisziplinär
MLSL-SB222 M2.2, TM 2: Verfahren der Inszenierung von literarischen Texten
LSKJ-M32 Digitale Textpraxis
LSKJ-M71 Prosa /Roman
Zuordnung zu Einrichtungen
Inst. für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
Inhalt
Literatur

Hiltrud Gnüg: Utopie und utopischer Roman. Stuttgart: Reclam, 1999.

Anna Puzio: Über-Menschen: Philosophische Auseinandersetzung mit der Anthropologie des Transhumanismus. Bielefeld: transcript, 2022.

Bemerkung

Studienleistung: Aktive Teilnahme, 80% Anwesenheit, Textmappe

Prüfungsleistung: Hausarbeit / poetologische Selbstreflexion

Lerninhalte

In einer Gegenwart, die von weltpolitischen Konflikten und gesellschaftlicher Spaltung gekennzeichnet ist, erscheint die Utopie als bedeutsame Fiktion und aktivistische Denkpraxis: Utopische Spekulationen, wie Hopepunk (Judith Vogt) oder Afrofuturismus, können neue Denkräume öffnen, Normen infrage stellen und damit gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Utopien gehen von der Gegenwart aus und denken diese weiter: das Aufgreifen gegenwärtiger Identitäts-, Gesellschafts- und Technik-Diskurse ist demnach immer auch eine Kritik an den Zuständen des Jetzt.

Während in den 80er-Jahren fliegende Autos und Hoverboards in der Populärkultur kursierten, steht im Zeitalter generativer Sprachmodelle (wie ChatGPT) Künstliche Intelligenz für das zukunftsverändernde Motiv der Jetzt-Zeit. Dies spiegelt sich in Form dystopischer und utopischer Spekulationen in literarischen und medialen Diskursen wider. Große Sprachmodelle (LLMs) beeinflussen aber auch Schreib- und Produktionsprozesse. Als „Schreibwerkzeuge“ halluzinieren sie Erzählsettings und ermöglichen neue Kollaborationen, gleichzeitig sind sie Limitationen unterlegen und immer auch in problematische Strukturen (z.B. Plattformkapitalismus) eingebettet.

Im Seminar setzen wir uns mit diesen Themenfeldern auseinander: Ziel ist es, spekulative Texte zu schreiben, die ausgehend vom gegenwärtigen „Zeitalter von KI“ eine utopische Zukunft imaginieren. Was passiert, wenn Chatbots friends und lovers werden? Wer schreibt in Zukunft unsere Bücher? Wem nützt Effizienz? Und wer trägt die ökologischen und sozialen Kosten der Recheninfrastrukturen? Um Settings zu entwerfen, beschäftigen wir uns zunächst mit dem Utopie-Begriff und lesen Science-Fiction um und über robotische Identitäten, transhumanistische Gesellschaftsformen und Künstliche Intelligenz. Wir reflektieren zudem technologische Entwicklungen im Bereich generativer KI. Dafür erproben wir z.B. verschiedene Schreibformen und Methoden: Wir schreiben allein, im Kollektiv, mit Tastaturen, Stiften und Prompts. Wir entwickeln mutable Identitäten, Monster, Lovebots, Politiker:innen, Staatssysteme. Zentral ist hierbei die Frage: Wie wollen wir leben? Und: Lässt sich diese Zukunft im transhumanistischen Kollektiv imaginieren?

 

Hinweis: Es bestehen Kooperationsmöglichkeiten mit dem Kommunikations/Grafikdesign der UDK Berlin, HFG Offenbach und HFK Bremen: Im Juni 2027 findet im Rahmen einer DFG-Konferenz (Das Wissen der Digitalen Literatur) eine Lehrkooperation statt, bei der digitale Publikationsformate und Schreibprozesse künstlerisch reflektiert werden. Eure spekulativen Texte könnten (bei Interesse) von Design-Studierenden im SoSe 27 als digitale Publikationen umgesetzt und publiziert werden. Weitere Infos dazu erhaltet ihr in der ersten Sitzung. Die Publikation & Freigabe der Texte ist selbstverständlich freiwillig.


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2026/27 , Aktuelles Semester: SoSe 2026
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