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Wozu noch Kulturjournalismus? - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar
Veranstaltungsnummer 2207 Kurztext
Semester WiSe 2026/27 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen 60 Max. Teilnehmer/-innen
Rhythmus Studienjahr / Zielgruppe Bachelor-Studierende (für Master-Studierende geöffnet)
Credits Anmeldung Anmeldepflicht , Vergabe: Automatisch(Fachsemesterpriorität) (?)
Hyperlink   Evaluation Ja - Fragebogen mit Leitfragen
Sprache deutsch
Anwesenheitspflicht Ja (mind. 80%) (?)
Keine Anmeldefrist
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum (mögliche Änderungen beachten!) Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export
Mi. 10:00 bis 12:00 c.t. wöchentlich Hs 1 / Neues Pächterhaus - KC.1.0.07 (Domäne - Blauer Salon) Raumplan        
Gruppe 1-Gruppe:


Zugeordnete Person
Kontaktperson (durchführend) Zuständigkeit
Graf, Guido, Privatdozent Dr. phil. habil., Senior Researcher verantwortlich und durchführend
LSF - Module
Modulkürzel Modultitel
LSKK-M21 Strukturen des literarischen Feldes
LSKK-M22 Kritik und Diskurse
LIT-KuLi3 Kulturwiss. d. Lesens/Schreibens (TM 3) / Kulturwiss. d. lit. Feldes (TM 1): Einführung ins literarische Feld: Institutionen, Akteure, Strukturen, Prozesse
LSKK-M41KJ Einführung: Geschichte und Gegenwart, Strukturen und Prozesse (S/Ü)
LSKJ-M43KJ Formen: Textsorten und Kommunikationsformen
LSKK-M42KJ Methoden: Recherche, Arbeitsweisen und redaktionelle Praxis (S/Ü)
LSKK-M44KJ Medien: Print, Radio, TV, Online (S/Ü)
LSKJ-M32 Digitale Textpraxis
LSKK-M63 Poetologien der Gegenwart
LIT-Poet3 Poetik, TM 3: Poetologien der Gegenwart
Zuordnung zu Einrichtungen
Inst. für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
Inhalt
Bemerkung

Studienleistung:

Regelmäßige Teilnahme und konstruktive Diskussionsbeteiligung; Vorbereitung der Lektüre; Übernahme einer Sitzungsmoderation oder eines Impulsreferats (5–10 Min.); Dokumentation der eigenen Medienbeobachtung (Lektüre- und Analyseprotokolle)

Prüfungsleistung:

Portfolio aus Textproduktion (Verfassen eines längeren Kulturbeitrags - Rezension, Essay, Reportage, Newsletter-Text, Podcast-Skript – ca. 2–3 Seiten; Verfassen von mind. 4 kürzeren Texten im Semester (Rezension, Newsletter-Beitrag, Vermittlungstext, Verriss) – je ca. 1 Seite; Glossararbeit 10 % Gemeinsame Erstellung eines Glossars der zentralen Begriffe, die im Semester erarbeitet werden; Erarbeitung und Präsentation eines Zukunftsszenarios für den Kulturjournalismus (mit schriftlicher Dokumentation, ca. 2 Seiten pro Gruppe) Abgabe in der vorletzten Woche).

Lerninhalte

Ist die Frage eine rhetorische Klage? Oder eher ein Suchprozess? Die traditionellen Geschäftsmodelle des Journalismus bröckeln, Redaktionen werden abgebaut, das Feuilleton verliert an Fläche und Einfluss. Streamingdienste, Algorithmen und Social-Media-Plattformen haben die Rolle klassischer Gatekeeper*innen übernommen. Die kritische Instanz, die das Feuilleton einst war, scheint zunehmend zu verschwinden. Wir verstehen Kulturjournalismus als Gegenwartslabor, als einen Ort, an dem beobachtet, beschrieben, gedeutet, kritisiert und verhandelt wird, was unsere Gegenwart ausmacht. Er ist nicht nur Berichterstattung über Kunst, sondern eine gesellschaftliche Selbstverständigungsinstanz, die sichtbar macht, wie wir leben, was uns bewegt, wohin wir uns entwickeln.

Das Seminar bietet eine Einführung in die Grundfragen des Kulturjournalismus, es geht um kritisches Denken und auch um praktische Schreiberfahrung. Die Veranstaltung ist bewusst so konzipiert, dass sie ohne Vorkenntnisse besucht werden kann – alle Fachbegriffe werden eingeführt, alle Methoden werden erarbeitet. Gleichzeitig bietet es Vertiefung auch für Fortgeschrittene.

Wir beobachten und analysieren: Wir nehmen die mediale Landschaft in den Blick – aber nicht aus der Distanz, sondern mit einem forschenden, ethnografischen Blick. Die Studierenden führen Medien-Tagebücher, analysieren konkrete Beiträge, vergleichen Formate und Strukturen und dokumentieren, was sie sehen. Die Beobachtung ist dabei immer doppelt gerichtet: Wir schauen nicht nur auf Texte u.a. Produktionen, sondern auch auf ihre Entstehungsbedingungen, ihre Finanzierungsmodelle, ihre Zielgruppen, ihre blinden Flecken.

Wir schreiben und produzieren. Die Studierenden verfassen eigene Texte – Rezensionen, Essays, Newsletter-Beiträge, Verrisse, Vermittlungstexte – und erhalten darauf regelmäßig Feedback. Sie erproben verschiedene Formate, Tonlagen und Perspektiven und lernen, was es bedeutet, als Kulturjournalist*in zu schreiben.

Wir reflektieren und entwickeln eigene Positionen. Die Studierenden diskutieren die Funktionen des Kulturjournalismus, seine gesellschaftliche Verantwortung und seine Zukunftsperspektiven.

Arbeitsweise: Medien-Tagebücher, Beispielanalysen, Schreibwerkstätten, Peer-Feedback, Szenario-Arbeit.


Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2026/27 gefunden:
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