| Bemerkung |
Studienleistung:
Regelmäßige Teilnahme und konstruktive Diskussionsbeteiligung; Vorbereitung der Lektüre; Übernahme einer Sitzungsmoderation oder eines Impulsreferats (5–10 Min.); Dokumentation der eigenen Medienbeobachtung (Lektüre- und Analyseprotokolle)
Prüfungsleistung:
Portfolio aus Textproduktion (Verfassen eines längeren Kulturbeitrags - Rezension, Essay, Reportage, Newsletter-Text, Podcast-Skript – ca. 2–3 Seiten; Verfassen von mind. 4 kürzeren Texten im Semester (Rezension, Newsletter-Beitrag, Vermittlungstext, Verriss) – je ca. 1 Seite; Glossararbeit 10 % Gemeinsame Erstellung eines Glossars der zentralen Begriffe, die im Semester erarbeitet werden; Erarbeitung und Präsentation eines Zukunftsszenarios für den Kulturjournalismus (mit schriftlicher Dokumentation, ca. 2 Seiten pro Gruppe) Abgabe in der vorletzten Woche).
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| Lerninhalte |
Ist die Frage eine rhetorische Klage? Oder eher ein Suchprozess? Die traditionellen Geschäftsmodelle des Journalismus bröckeln, Redaktionen werden abgebaut, das Feuilleton verliert an Fläche und Einfluss. Streamingdienste, Algorithmen und Social-Media-Plattformen haben die Rolle klassischer Gatekeeper*innen übernommen. Die kritische Instanz, die das Feuilleton einst war, scheint zunehmend zu verschwinden. Wir verstehen Kulturjournalismus als Gegenwartslabor, als einen Ort, an dem beobachtet, beschrieben, gedeutet, kritisiert und verhandelt wird, was unsere Gegenwart ausmacht. Er ist nicht nur Berichterstattung über Kunst, sondern eine gesellschaftliche Selbstverständigungsinstanz, die sichtbar macht, wie wir leben, was uns bewegt, wohin wir uns entwickeln.
Das Seminar bietet eine Einführung in die Grundfragen des Kulturjournalismus, es geht um kritisches Denken und auch um praktische Schreiberfahrung. Die Veranstaltung ist bewusst so konzipiert, dass sie ohne Vorkenntnisse besucht werden kann – alle Fachbegriffe werden eingeführt, alle Methoden werden erarbeitet. Gleichzeitig bietet es Vertiefung auch für Fortgeschrittene.
Wir beobachten und analysieren: Wir nehmen die mediale Landschaft in den Blick – aber nicht aus der Distanz, sondern mit einem forschenden, ethnografischen Blick. Die Studierenden führen Medien-Tagebücher, analysieren konkrete Beiträge, vergleichen Formate und Strukturen und dokumentieren, was sie sehen. Die Beobachtung ist dabei immer doppelt gerichtet: Wir schauen nicht nur auf Texte u.a. Produktionen, sondern auch auf ihre Entstehungsbedingungen, ihre Finanzierungsmodelle, ihre Zielgruppen, ihre blinden Flecken.
Wir schreiben und produzieren. Die Studierenden verfassen eigene Texte – Rezensionen, Essays, Newsletter-Beiträge, Verrisse, Vermittlungstexte – und erhalten darauf regelmäßig Feedback. Sie erproben verschiedene Formate, Tonlagen und Perspektiven und lernen, was es bedeutet, als Kulturjournalist*in zu schreiben.
Wir reflektieren und entwickeln eigene Positionen. Die Studierenden diskutieren die Funktionen des Kulturjournalismus, seine gesellschaftliche Verantwortung und seine Zukunftsperspektiven.
Arbeitsweise: Medien-Tagebücher, Beispielanalysen, Schreibwerkstätten, Peer-Feedback, Szenario-Arbeit. |