Wie entsteht Gefahr? Wer bestimmt, was bedrohlich ist? Und welche Gefahren bleiben unsichtbar, bis sie plötzlich spürbar werden?
In diesem Blockseminar vermessen wir das Terrain mit den Mitteln des Recherchetheaters. Unsere Umgebung wird zur Quelle mit ihren sozialen, historischen und politischen Schichten. Ausgehend von offenen Fragen sammeln wir Fundstücke: Interviews, recherchierte Fakten, persönliche Beobachtungen und überraschende Entdeckungen.
Im Zentrum steht das Thema GEFAHR. Die Suchrichtung bestimmt jede*r Teilnehmende selbst. Möglich sind reale, gesellschaftliche, politische, private oder imaginierte Gefahrenzonen zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Wirklichkeit.
Wir suchen nach erzählbaren Wirklichkeiten zwischen Fakt und Fiktionalisierung, persönlicher Einsicht und analytischer Betrachtung. Dabei untersuchen wir, wie Recherche in theatrale Formen übersetzt werden kann: in Szenen, performative Anordnungen, chorische Momente, Spielaufgaben und Stationenformate.
Zur Vorbereitung erhalten die Teilnehmenden eine Rechercheaufgabe als Ausgangspunkt für die gemeinsame Arbeit. In einem ersten Zoomtermin werden Rahmen, Fragestellungen und Vorgehensweise gemeinsam entwickelt. Bis zum Blockseminar findet eine eigenständige Recherchephase statt.
Am gemeinsamen Wochenende werden die gesammelten Materialien künstlerisch untersucht und weiterentwickelt. Dabei entstehen theaterpädagogische Formate und performative Stationen, die andere Menschen zum Mitforschen, Erleben und Positionieren einladen können.
Das Seminar versteht Theater als Spiel- und Forschungsraum: als Ort, an dem Wirklichkeit untersucht, befragt und gemeinsam erfahrbar gemacht wird |