Ziel des Seminars ist eine praxisnahe Annäherung an Kulturmanagement und Kuratieren im Theaterbetrieb mit besonderem Schwerpunkt auf dem Musiktheater: an die Realisierung von Musiktheater und dessen ästhetische Formen, an Fragen der szenischen Umsetzung sowie an die Entstehung eines Spielplanes. Dabei rücken unter anderem Fragen der sprachlichen Aufführungspraxis, das Publikum und die Kunstschaffenden als zentrale Faktoren der Spielplangestaltung in den Fokus.
Das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und rechtlichen, technischen, tariflichen und finanziellen Rahmenbedingungen soll in gemeinsamen Diskussionen ausgelotet werden. Inwieweit ist Kuratieren eine künstlerische Tätigkeit? Und inwieweit haben theater- und musikwissenschaftliche Erkenntnisse Einfluss auf die alltägliche Theaterarbeit – insbesondere auf das Entstehen eines Spielplanes? Gibt es objektive Maßstäbe oder formale Kriterien, die den Erfolg einer Musiktheaterproduktion garantieren? Und ist Erfolg überhaupt erstrebenswert?
Ist das Theater dem Geschmack des Publikums verpflichtet – und wie setzt sich dieser Geschmack zusammen? Oder bewegen sich Theater in einem selbstreferentiellen System und sind allein der Kunst verpflichtet? Wie lassen sich unterschiedliche ästhetische Präferenzen beschreiben, messen und kategorisieren? Gibt es den Unterschied zwischen U- und E-Kunst noch, wie wirkt er sich gegebenenfalls aus, und wie sinnvoll ist eine solche Trennung der unterschiedlichsten Kunstformen?
Das Seminar basiert auf einem offenen, diskussionsintensiven Format und beinhaltet Einblicke in den realen Theateralltag bis hin zu Probenbesuchen. Konkrete Vorschläge der Studierenden zur Semestergestaltung sind erwünscht.
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