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Das freie Theater wandelt und entwickelt sich permanent. Künstlerische Selbstverständnisse, eine inhaltliche Ausrichtung, ein möglicher Ausgangspunkt des Materials, künstlerische Darstellungsstrategien, aber auch Infrastruktur und Förderinstrumente, Narrative und Legitimation sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen haben sich im Laufe der Genese der freien Theaterszene transformiert. Theater als soziale Kunst ist stets eingebettet in den jeweiligen historischen, gesellschaftlichen Zusammenhang, in Machtverhältnisse und Diskurse.
Das Seminar untersucht, was freies Theater heute im Gegensatz zu seinen Anfängen in den späten 1960er-, frühen 1970er-Jahren ist. Trotz aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit innerhalb der freien (Theater-)Szene lassen sich Merkmale und Strukturen benennen, die freies Theater neben den Stadt- und Staatstheatern als zweites, von öffentlicher Förderung abhängigen Theatersystemen charakterisieren. Um die Prozesse des Wandels und der Professionalisierung des freien Theaters beschreiben zu können, bietet eine theoretische Perspektive des soziologischen Neoinstitutionalismus vielversprechende Ansätze: eine Organisation wird dabei im dynamischen Zusammenspiel mit ihrer institutionellen Umwelt betrachtet, wobei gesellschaftliche Erwartungen und Anforderungen in die Analyse einbezogen werden.
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