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Das keramische Gefäß eröffnet im Kunstunterricht einen vielschichtigen Zugang: Es verbindet die Auseinandersetzung mit historischen Alltagskulturen mit anthropologischen Grundfragen des Gestaltens, Aufbewahrens und Präsentierens. Seit über 18.000 Jahren begleiten Gefäße den Menschen als Behältnisse, Schutzräume und Ausdruck kultureller Identität. Heute haben Gefäße ihre ursprüngliche Funktion längst überschritten und behaupten sich in der zeitgenössischen Kunst als autonome Skulpturen, konzeptuelle Objekte und Träger gesellschaftlicher wie politischer Erzählungen. Wann wird aus einem Gebrauchsgegenstand eine Skulptur, die Geschichten erzählt, Fragen aufwirft und Räume verändert? Im Seminar erkunden wir dieses Spannungsfeld zwischen Handwerk, Kunstgeschichte und Gegenwartskunst. Das Keramikgefäß und das Plastizieren werden dabei als zentrale Bereiche dreidimensionaler Gestaltung aus kunstdidaktischer Perspektive untersucht. Anhand ausgewählter künstlerischer Positionen sowie unterschiedlicher Methoden und Techniken entwickeln Sie eigene Gefäßobjekte: Ausgehend von der klassischen Gefäßform entstehen keramische Arbeiten mit dem Übergang von der Funktion zur autonomen plastischen Form. Die gestalterischen Prozesse werden dokumentiert, reflektiert und kunstdidaktisch eingeordnet. Im Mittelpunkt des gesamten Seminarverlaufs steht die Frage, wie sich Keramik und Gefäßkunst produktiv und rezeptiv im Kunstunterricht erschließen lassen. Welche Potenziale bieten sie, um mit Schülerinnen und Schülern Form, Funktion, Material, Körper und Raum ästhetisch zu erkunden? |