Transnationale Theatergeschichte stellt nationale Erzählungen der Theaterhistoriographie infrage. Einen methodischen Zugang hierzu bieten biographische Ansätze. Indem sie Mobilität, Netzwerke und Vermittlungsprozesse einzelner Akteur:innen in den Mittelpunkt rücken, machen sie grenzüberschreitende Verflechtungen sichtbar und richten den Blick auf historische Personen, die in nationalen Theatergeschichten bislang kaum Beachtung gefunden haben.
Das Seminar führt in biographische Ansätze der transnationalen Theatergeschichtsschreibung ein und untersucht die Bedeutung unterschiedlicher Formen historischer Mobilität – von Reisen und Gastspielen über Migration bis hin zum Exil – für die Entstehung transnationaler Theaterräume sowie die Verbreitung und Transformation von Theaterpraktiken des 18. und 19. Jahrhunderts. Dabei stehen Fragen nach Geschlecht, kultureller Übersetzung sowie nach den Möglichkeiten und Herausforderungen biographischer Forschung im Mittelpunkt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Archiven als Orten historischer Wissensproduktion und Erinnerung: Welche Lebenswege werden überliefert? Welche Stimmen bleiben unsichtbar? Und wie lassen sich fragmentarische Biographien historisch rekonstruieren?
Die begleitende Übung vertieft diese Fragestellungen durch die praktischen Erprobung theaterhistorischer Forschung und die Arbeit mit historischen Quellen.Im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion zur Forschungsstelle Historische Reisekultur an der Landesbibliothek Eutin, erhalten die Studierenden Einblicke in die Recherche mit historischen Reiseberichten, Briefen und weiteren Archivalien. Auf dieser Grundlage entwickeln sie eigene Fragestellungen und erproben zentrale Methoden theaterhistorischer Quellenforschung. Zugleich reflektieren sie die Möglichkeiten und Grenzen historischer Quellenarbeit sowie Archive als Orte historischer Wissensproduktion.
Seminar und Übung finden in Kooperation mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München statt und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit des wissenschaftlichen Austauschs. Die Vergabe der Plätze erfolgt auf Grundlage eines Motivationsschreibens.
ACHTUNG: Seminar und Übung bilden eine inhaltliche und methodische Einheit und können ausschließlich gemeinsam belegt werden. Die Lehrveranstaltungen richten sich ausschließlich an Masterstudierende.
Organisation
Das Forschungsseminar besteht aus:
1. Online-Sitzungen (jeweils freitags, 10:00–13:00 Uhr, per Zoom) am:
- 30. Oktober 2026
- 27. November 2026
- 11. Dezember 2026
- 15. Januar 2027
- 6. Februar 2027
2. Forschungsexkursion nach Eutin: Mittwoch, 27. Januar 2027 bis Samstag, 30. Januar 2027.
Hinweise:
- Die Teilnahme an allen Online-Sitzungen sowie an der Exkursion nach Eutin ist verbindlicher Bestandteil des Seminars.
- Der studentische Eigenanteil an der Exkursion (Reise- und Übernachtungskosten) wird noch bekannt gegeben.
Bewerbung: Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bis zum 30. September 2026 per E-Mail mit dem Betreff EUTIN an martina.gross@uni-hildesheim.de. Die E-Mail sollte folgende Angaben enthalten:
- Vor- und Nachname
- Matrikelnummer
- Studiengang und Fachsemester
Bitte fügen Sie der E-Mail außerdem ein Motivationsschreiben (max. 1 Seite bzw. ca. 300 Wörter) im PDF-Format bei. Gehen Sie darin auf folgende Aspekte ein:
- Ihre Motivation für die Teilnahme an Seminar und Übung.
- Welcher Aspekt der Seminarbeschreibung hat Ihr Interesse besonders geweckt und warum?
- Ihre Erwartungen an die Forschungsexkursion nach Eutin und – sofern vorhanden – Ihre bisherigen Erfahrungen im Umgang mit historischen Quellen.
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