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Michelangelo Buonarroti gilt zu Recht als einer der bedeutendsten Künstler aller Zeiten. Als Bildhauer, Maler, Architekt und Dichter geradezu universal wirkend, verfügte er über eine schier unglaubliche Imaginationskraft sowie über phänomenale bildnerische wie handwerklich-technische Fähigkeiten, diese umzusetzen. Zugleich zeigt sein Werk, dass diese Umsetzung oftmals nichts "Leichtes" hat, sondern als Ringen sichtbar bleibt - etwa im berühmten Non-finito. Damit wurde Michelangelo zu einem ganz besonderen, geradezu idealtypischen Rollenvorbild vom Künstler, das bis in die Moderne wirkmächtig blieb: vom Künstler als "Helden", der unbegreifliche Taten vollbringt, der aber immer wieder mit seinen Aufgaben kämpft und mitunter auch scheitert.
Aus guten Gründen wird ein solches Rollenverständnis seit einigen Jahrzehnten verstärkt hinterfragt. Gerade deshalb aber lohnt eine kunst-historische Auseinandersetzung mitdem "Original": mit dem Werk von Michelangelo selbst, das eindruckdvoll bleibt und etwas vom Ethos und den Fähigkeiten vermittelt, die Kunst zwischen Renaissance und Moderne so bedeutend hat werden lassen. |