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Musik und Gewalt Diese Veranstaltung untersucht kritisch die komplexe und oft verstörende Beziehung zwischen Musik und Gewalt und geht über die vorherrschende Vorstellung hinaus, Musik sei ausschließlich eine affirmative, vereinigende Kraft. Stattdessen fragt sie nach der Rolle der Musik als Instrument der Zwangsgewalt, psychologischer Kriegsführung, ideologischen Einflusses und sozialer Kontrolle. Anhand der Ethnomusikologie, politischer Theorie, kritischer Theorie, historischer Analyse und kulturwissenschaftlicher Ansätze untersuchen die Studierenden, wie klangliche Praktiken – Rhythmus, Lautstärke, Genre-Wahl, Dissonanz und Wiederholung – selbst zu Mitteln der Gewalt werden können. Wir betrachten Fallstudien aus aller Welt, darunter die Verwendung von Musik in Kriegspropaganda (z. B. im Dritten Reich, in der Zeit des Kalten Krieges), die Instrumentalisierung von Nationalhymnen und Volksliedern in nationalistischen und genozidalen Kampagnen sowie die Nutzung von Musik in staatlicher Überwachung und zur Kontrolle von Massen (z. B. Guantanamo Bay, der Irakkrieg). Die Studierenden werden zudem untersuchen, wie diese historischen Dynamiken bis heute in Deutschland und Europa nachwirken. Wir diskutieren die sich wandelnden theoretischen Konzeptionen von Gewalt und Gewaltfreiheit und fragen, wie bestimmte Formen von Gewalt in der öffentlichen Debatte anerkannt, legitimiert oder ausgeblendet werden. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie die Neigung besteht, bestimmte Gewaltformen zu privilegieren, während andere – insbesondere strukturelle, kulturelle und klangbasierte Gewalt – verdrängt oder marginalisiert werden. Diese Formen von Gewalt wirken oft durch Wiederholung, Ausschluss und die Normalisierung von Eintracht und Konsens. Die Studierenden erkunden, wie Künstler*innen und Gemeinschaften – musikalisch und außermusikalisch – gegen klangbasierte Gewalt durch Subversion, Stille, Gegen-erzählungen und alternative klangliche Praktiken angekämpft haben. Durch sorgfältiges Hören, kritisches Lesen und interdisziplinäre Diskussionen entwickeln die Studierenden ein differenziertes Verständnis von Musik nicht nur als kulturelles Produkt, sondern als ein mächtiges Instrument in der Konstruktion und Auseinandersetzung mit Gewalt.
This course critically examines the complex and often disturbing relationship between music and violence, moving beyond the dominant narrative of music as an exclusively affirmative, unifying force. Instead, it interrogates how music has been deployed as a tool of coercion, psychological warfare, ideological indoctrination, and social control. Drawing on ethnomusicology, political theory, critical theory, historical analysis, and cultural studies, students will explore how sonic practices: rhythmic patterns, volume, genre selection, dissonance, and repetition—can function as instruments of violence. We will investigate case studies from across the globe, including the use of music in wartime propaganda (e.g., Nazi Germany, Cold War-era media), the instrumentalisation of anthems and folk songs in nationalist and genocidal campaigns, and the use of music in state surveillance and crowd control (e.g., Guantanamo Bay, the Iraq War). Students will further consider how this legacy persists in contemporary Germany and Europe. We will interrogate the evolving theoretical conceptualisations of violence and non-violence, questioning how certain forms of violence are recognised, legitimised, or erased in public discourse. It challenges the tendency to privilege some forms of violence while silencing or marginalising others, particularly structural, cultural, and sonic violences that operate through repetition, exclusion, and the normalisation of consensus. Students will explore how artists and communities, musical and otherwise, have resisted sonic violence through subversion, silence, counter-narratives, and alternative sonic practices. Through close listening, critical reading, and interdisciplinary dialogue, students will develop a nuanced understanding of music not only as a cultural product but as a powerful agent in the construction and contestation of violence. |