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Baumgarten, Ästhetik - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar
Veranstaltungsnummer 0727 Kurztext
Semester WiSe 2026/27 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen 20 Max. Teilnehmer/-innen 25
Rhythmus i.d.R. jedes Semester Studienjahr / Zielgruppe Bachelor-Studierende (für Master-Studierende geöffnet)
Credits 3-4 (je nach Studienordnung( Anmeldung Anmeldepflicht , Vergabe: Manuell (?)
Hyperlink   Evaluation Noch nicht entschieden
Sprache deutsch
Anwesenheitspflicht Ja (mind. 80%) (?)
Anmeldefristen Anmeldung (Einzelvergabe)    07.09.2026 - 22.10.2026 23:59:59   
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum (mögliche Änderungen beachten!) Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export
Do. 14:00 bis 16:00 c.t. wöchentlich Hs 50 / Hohes Haus - KC.50.4.02 (Hohes Haus - großer Seminarraum) Raumplan   findet statt    
Gruppe 1-Gruppe:
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Zugeordnete Personen
Kontaktperson (durchführend) Zuständigkeit
Hetzel, Andreas, Professor Dr. phil. habil. verantwortlich und durchführend
Weitere Person Zuständigkeit
Learnwebbearbeitung,  nicht durchführend, nicht verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang Semester ECTS Kontingent
Bachelor B.A. Philosophie-Künste-M
Master M.A. Phil.u.Künste interk
LSF - Module
Modulkürzel Modultitel
PKI-Aesth MA H PKI-Modul: Ästhetik
PH-Aesth2 Modul 5 (BA H): Ästhetik (2SWS)
PH-WKS (Phil+) Wahrnehmung und Künste (S)
PH-AM BA H+NF (Phil) Aufbaumodul
PH-TPS (Phil+) Texte und Positionen (S)
MPH-PdKV MA H+NF Philosophie der Künste (V)
MPH-PdKS MA H+NF Philosophie der Künste (S)
MPH-ZWS MA H+NF (Phil) Zeichen und Wirklichkeit (S)
MPH-ZWV MA H+NF (Phil) Zeichen und Wirklichkeit (V)
MPI-EuPV MA H+NF Ethik und Politik (V)
MPI-EuPS MA H+NF Ethik und Politik (S)
PH-KMS (Phil+) Kultur und Medien (S)
PH-KMV (Phil+) Kultur und Medien (V)
PH-KuM2 Modul 6 (BA H): Kultur- und Medienphilosophie (2SWS)
PH-KuMN Modul Kultur- und Medienphilosophie (LSKJ/SK)
PH-TPV (Phil+) Texte und Positionen (V)
PH-TUP2 Modul 7 (BA H): Texte und Positionen (2SWS)
PH-TuPN Texte und Positionen (LSKJ/SK)
PH-Vert BA H (Phil) Vertiefungsmodul Philosophie BA PKM
PH-WKV (Phil+) Wahrnehmung und Künste (V)
PKI-PraPh MA H PKI-Modul: Praktische Philosophie
PKI-ThePh MA H PKI-Modul: Theoretische Philosophie
PKI-Vert MA H PKI Stb. 4, MA FB 2: Wahlmodul / freies Vertiefungsmodul (3 LP)
PH-AesthN Modul Ästhetik (LSKJ/SK)
KTTP-AePra Zeitgen PuD, Seminar / Vorlesung: Ästhetische Praxis
KTTP-APoF3 Zeitgen PuD, Übung / Exkursion / Seminar: Ästhetische Praxis oder Formen der Kritik
KTTP-FdKr Zeitgen PuD, Seminar / Vorlesung: Formen der Kritik
Zuordnung zu Einrichtungen
Inst. für Philosophie
Inhalt
Literatur

Alexander Gottlieb Baumgarten 
 
Ästhetik I

Band 1: §§ 1-613,
Einführung, Glossar
Lateinisch-deutsch. Übersetzt, mit einer Einführung, Anmerkungen und Registern
herausgegeben von Dagmar Mirbach.
PhB 572a. 2007. 676 Seiten.
978-3-7873-1772-1.

und

Ästhetik II

Band 2: §§ 614-904,
Kommentar, Anhang, Glossar, Bibliographie
Lateinisch-deutsch. Übersetzt, mit einer Einführung, Anmerkungen und Registern
herausgegeben von Dagmar Mirbach.
PhB 572b. 2007. 720 Seiten.
978-3-7873-1773-8.

Die Teilnehmer*innen sollten sich die beiden Bände anschaffen.

 

Bemerkung

Teilnahmeleistung (Studienleistung): Impulsreferat

Prüfungsleistung: Hausarbeit oder mündliche Prüfung

Voraussetzungen

Bereitschaft zur intensiven Lektüre auch umfangreicher Textpassagen.

Lerninhalte

Mit der Einführung ihres Begriffs in die philosophische Tradition durch Alexander Gottlieb Baumgarten, dessen Aesthetica 1750 erschien, wurde die Ästhetik zu einer allgemeinen Theorie der Sinne und der Wahrnehmung, die auch eine Lehre von der Wahrnehmung des Schönen und der Kunst beinhaltete. Die Verlagerung der Lehre vom Schönen, die in der Antike und im Mittelalter der Ontologie vorbehalten war, auf das Gebiet einer generellen Wahrnehmungslehre bereitete die Autonomie der ästhetischen Geltung gegenüber moralischen und theoretischen Geltungsansprüchen vor, wie sie später von Kant proklamiert
wurde. Gleichzeitig kündigte sich in der Aesthetica bereits die „kopernikanische Wende” auf das Subjekt an, die auf dem Feld der Erkenntnistheorie ebenfalls von Kant vollzogen wurde. Nicht mehr das Schöne als objektive Eigenschaft von Dingen stand von nun am im Mittelpunkt der ästhetischen Theorie, sondern das die Schönheit von Gegenständen empfindende und beurteilende Subjekt.

Im Vergleich zur begrifflichen Erkenntnis des Wahren gilt die Wahrnehmung des Schönen bei Baumgarten zunächst als niederes Erkenntnisvermögen, als „gnoseologia inferior” und als „logica facultatis cognoscitivae inferioris”. Das Ästhetische erhebt hier erstmals den Anspruch auf eine der Erkenntnis analoge Geltung. Zugleich formulierte die Ästhetik aber auch eine Kritik am einseitig an den Methoden der Naturwissenschaften ausgerichteten Vernunftbegriff der neuzeitlichen, durch Francis Bacon und René Descartes begründeten Philosophie. Gegen den Wissenschaftspurismus der empiristischen und rationalistischen Philosophie klagt Baumgarten Sinnlichkeit und Phantasie als Konstituenten eines weiter gefassten Vernunftbegriffs ein. Gleichzeitig wendet sich die Ästhetik bei Baumgarten der Erkenntnis des Individuellen zu, das von der rationalistischen Philosophie vernachlässigt wurde. Die Ästhetik beerbte in dieser Hinsicht die Tradition der antiken Rhetorik, deren zentralen Begriffe von Baumgarten philosophisch transformiert werden.

Im Seminar lesen wir Baumgarten als genuinen Denker ganz eigener Art, also nicht als Vertreter der Leibniz-Wolff'schen Schulmetaphysik und auch nicht als Wegbereiter Kants. Ziel ist es, die (umfangreiche) Aesthetica in Gänze zu lesen. Im Mittelpunkt der Lektüre stehen drei Ambivalenzen des Textes, die sich vielen späteren Ästhetiken mitgeteilt haben: 

1) Theoretische Ambivalenz:

Ästhetik wird als Disziplin begründet, um ein innerphilosophisches Desiderat zu beantworten. Sie ordnet sich damit der Erkenntnistheorie unter. Zugleich drückt sich in Baumgartens Text auch eine Autonomie des Ästhetischen aus. Das Ästhetische wird zum Ausgangspunkt und Instanz einer Erkenntnis(theorie)-Kritik.

2) Praktische Ambivalenz:

Mit den Mitteln der rationalistischen Philosophie fundiert die Ästhetik Baumgartens ein klassizistisches Programm der Einheit von Schönem, Wahren und Gutem, der sich das Subjekt zu fügen hat. Gleichzeitig wird Ästhetik wird zur Instanz der Selbstkultivierung eines eigensinnigen felix aestheticus.

3) Anthropologische Ambivalenz: Das Ästhetische wird von Baumgarten in manchen Passagen als Vermögen des Subjekts interpretiert und damit der Souveränität des Subjekts unterstellt. In anderen Passagen versteht er das Ästhetische eher als eine dem Subjekt widerfahrende, impersonale, das Subjekt entsouveränisierende Kraft.

 

 

 

 


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2026/27 , Aktuelles Semester: SoSe 2026
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