Ich erinnere mich an den Zeitpunkt, als das Internet erfunden wurde: Es gab Emails! WorldWideWeb! ICQ! — und das Versprechen einer besseren, vernetzten Welt, in der Wissen besser zugänglich ist, frei von Problemen der physischen Welt.
Heute wissen wir, dass das Internet sich weit weg von diesem ursprünglichen Versprechen entfernt hat (es ist immer noch brauchbar -- aber wollten wir wirklich so eine Art von überfüllter, allgegenwärtiger, süchtigmachender, kapitalgesteuerter Vernetzung?).
Jetzt stehen wir an einem ähnlich gewichtigen historischen Punkt mit der Erfindung der KI; und das Versprechen klingt ähnlich, die Aufregung schmeckt ähnlich; nur dieses Mal sollen die Philosophen es nicht versäumen, mit zu denken.
Denn die Fähigkeit der LLMs, sprachlich formuliertes Wissen in einer unerhörten Effizienz und Masse zu verarbeiten, führt zu philosophischen Fragen. Was ist Wissen? Wer soll künfitg erkennen, sind Wissenschaft, Erkenntnis, Darstellung des Wissens Dinge, die wir automatisieren oder an KI delegieren können - dürfen - sollen?
Theorie:
Manche sprechen von einer kopernikanischen Wende der Erkenntnistheorie — können wir von der Funktionsweise der LLMs umgekehrt lernen, wie unser Wissen/Erkennen funktioniert? Was unterscheidet unser Erkennen von dem der LLMs (außer dadurch, dass wir viel weniger Energie verbrauchen)? Wie kann das menschliche Erkenntnisapparat (ist das unser Gehirn? oder mehr?) durch KI erweitert werden — dder, pessimistischer gefragt, ersetzt oder geschwächt werden?
Welche theoretische Basis hat KI? (Informationstheorie, Neuronale Netze) Welche ideologische Basis haben Menschen wie Karp (Palantir) und Amodei (Anthropic) und ihre Modelle?
Praxis:
Welche neue Praktiken des Philosophierens eröffnen sich? Wir wollen gemeinsam Experimente machen wie 1) Lektüre nur mit KI (kein „normales“ Lesen erlaubt 2) Vollanaloge Lektüre (nur Papier und Stift erlaubt) 3) Mit KI real-time diskutieren
Kritik:
Wie kann eine angemessene Kritik an KI formuliert werden, aus welchen Richtungen und mit welchen Argumenten? Mit welchen Grundsätzen könnte die weiteren digitalen Entwicklungen geregelt werden? Welche utopische Vorstellungen können generieren und imaginieren, und nicht durch dystopische Bilder handlungsunfähig zu werden?
Content Creation:
Das Seminar dient auch dazu, das Gedachte, Diskutierte und Erlebte in einer digitalen Form zu modulieren und zu veröffentlichen. Die Studienleistung besteht darin, einen digitalen Content mit Seminarinhalt im Namen des Instituts zu schaffen! |