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Heiligenviten 2 - Weibliche Hagiographie (Kirchengeschichte 1) - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Learnweb   Logo Learnweb
Veranstaltungsnummer 1423 Kurztext
Semester WiSe 2026/27 SWS
Erwartete Teilnehmer/-innen 30 Max. Teilnehmer/-innen 30
Rhythmus i.d.R. jedes 2. Semester Studienjahr / Zielgruppe
Credits Anmeldung Anmeldepflicht
Hyperlink   Evaluation Ja - Präsenzveranstaltung
Sprache deutsch
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum (mögliche Änderungen beachten!) Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export
Di. 08:00 bis 10:00 wöchentlich Gebäude G (Hauptcampus) - HC.G.0.05 (Großer Seminarraum) Raumplan Gilewski      
Gruppe 1-Gruppe:


Zugeordnete Person
Kontaktperson (durchführend) Zuständigkeit
Gilewski, Maja verantwortlich und durchführend
Studiengänge
Abschluss Studiengang Semester ECTS Kontingent
Polyvalenter Zwei-Fächer-Bachelor Katholische Theologie
LSF - Module
Modulkürzel Modultitel
BLKA-VM13 Vertiefungsmodul 1, TM 3: Die historische Gestalt des christlichen Glaubens I
LGHR-05b1 Mastermodul, Individueller Profilierungsbereich: Wahlveranstaltung (2 LP)
Zuordnung zu Einrichtungen
Inst. für Kath. Theologie
Inhalt
Literatur

Einführende Literatur:

Coon, Lynda L., Sacred Fictions. Holy Women and Hagiography in Late Antiquity (Philadelphia 1997).

Von der Nahmer, Dieter, Die lateinische Heiligenvita. Eine Einführung in die lateinische Hagiographie (Darmstadt 1994).

Wittern, Susanne, Frauen, Heiligkeit und Macht. Lateinische Frauenviten aus dem 4. bis 7. Jahrhundert (Stuttgart 1994).

Gemeinhardt, Peter, Die Kirche und ihre Heiligen. Studien zu Ekklesiologie und Hagiographie in der Spätantike (Tübingen 2014).

Goetz, Hans-Werner, Frauen im frühen Mittelalter. Frauenbild und Frauenleben im Frankenreich (Köln 1995).

 

Weiterführende Literatur:

Albrecht, Ruth, Das Leben der heiligen Makrina auf dem Hintergrund der Thekla-Traditionen. Studien zu den Ursprüngen des weiblichen Mönchtums im 4. Jahrhundert in Kleinasien (Göttingen 1986).

Bihrer, Andreas; Fritz, Fiona (Hrsg.), Heiligkeiten. Konstruktionen, Funktionen und Transfer von Heiligkeitskonzepten im europäischen Früh- und Hochmittelalter (Ostfildern 2019).

Brown, Peter, Die Keuschheit der Engel. Sexuelle Entsagung, Askese und Körperlichkeit am Anfang des Christentums (München 1994).

Dell'Isola, Maria (Hg.), Female Authority and Holiness in Early and Medieval Christianity (Berlin 2025).

Petersen-Szemerédy, Griet (Hg.), Zwischen Weltstadt und Wüste: römische Asketinnen in der Spätantike (Göttingen 1993).

Stickler, Timo, Das Bild Melanias der Jüngeren in der Vita Melaniae Iunioris des Gerontius, in: Rollinger, R.; Ulf, C. (Hrsg.), Frauen und Geschlechter. Bilder – Rollen – Realitäten in den Texten antiker Autoren zwischen Antike und Mittelalter (Köln 2006), S. 167–190.

Bemerkung

Vertiefungsmodul 1c

Lerninhalte

Heiligenviten zählen zu den zentralen Quellengattungen der Kirchengeschichte. Sie vermitteln nicht nur Informationen über das Leben einzelner Heiliger, sondern reflektieren zugleich theologische Konzepte von Heiligkeit, Nachfolge und Zeugnis. Während die hagiographische Forschung traditionell männliche Heilige in den Vordergrund stellte, gewinnen weibliche Heiligendarstellungen erst in jüngerer Zeit verstärkt die Aufmerksamkeit der Forschung. Die Untersuchung weiblicher Heiligenviten ist aus mehreren Gründen von besonderer Relevanz: Erstens ermöglichen sie einen einzigartigen Einblick in die Rolle von Frauen in der frühen Kirche. Trotz der männlich dominierten kirchlichen Strukturen des 2.-6. Jahrhunderts treten Frauen in den Viten als zentrale Akteurinnen hervor: als Märtyrerinnen, Asketinnen, Lehrerinnen, Klostergründerinnen und Fürsprecherinnen. Ihre Darstellungen werfen ein Licht auf die Möglichkeiten und Grenzen weiblicher spiritueller Autorität in einer patriarchalen Gesellschaft. Zweitens zeigen weibliche Heiligenviten, wie Geschlecht theologisch verhandelt und konstruiert wurde. Die Texte spiegeln Spannungen zwischen weiblichem Körper und spiritueller Vollkommenheit, zwischen traditioneller Geschlechterrolle und außergewöhnlicher Heiligkeit. Sie offenbaren, wie weibliche Heiligkeit sowohl an männliche Vorbilder angeglichen als auch als eigenständig dargestellt wurde. Drittens sind diese Texte theologisch bedeutsam: Sie vermitteln Konzepte von Nachfolge Christi, Askese, Martyrium, Fürbitte und spiritueller Autorität aus weiblicher Perspektive. Damit erweitern sie unser Verständnis frühchristlicher und frühmittelalterlicher Theologie über die offiziellen dogmatischen Texte hinaus. Im Zentrum der Veranstaltung stehen Fragen nach der Konstruktion weiblicher Heiligkeit, der Darstellung von Geschlecht, der Rolle von Askese, Martyrium und spiritueller Autorität sowie der theologischen Funktion dieser Texte. Anhand ausgewählter Quelltexte lernen die Studierenden, hagiographische Texte historisch-kritisch, literarisch und theologisch zu analysieren.

Das Seminar führt in grundlegende methodische Zugänge der Hagiographie-Forschung ein und vermittelt Kompetenzen im Umgang mit primären Quellentexten sowie in der wissenschaftlichen Literaturarbeit. Es richtet sich insbesondere an Studierende im ersten Fachsemester und setzt keine Vorkenntnisse voraus.

 

 

 

Zielgruppe

BA Katholische Theologie (VM 1c)


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Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2026/27 gefunden:
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