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Wie kann Kritik jenseits von etablierten, disziplinierten Formen praktiziert und geäußert werden? Eine andere Gestalt annehmen als die einer klassisch argumentativen Rede oder eines Textes? (Wie) kann sich Kritik kollektiv formen? Was geschieht, wenn wir Kritik aus einem diffusen Gefühl heraus formulieren, aus Erschöpfung, euphorischer Gestimmtheit, aus Übermut, Orientierungsverlust, Verlangen heraus? Welche Modi der nahen, zaudernden und intimen Kritik lassen sich finden, wenn wir gleichzeitig dazu diszipliniert werden, uns mit einer bestimmten Form von Kritik auch zu behaupten, zu verteidigen, zu legitimieren? Können wir von einer Kritik als Urteil zu einer kritischen Involviertheit gelangen, und wenn ja, wo nehmen wir die Anfänge und den Mut dazu? In welchen Worten, Gesten und Bildern finden wir ganz persönlich einen Anstoß der Kritik? Und was geschieht, wenn wir dominante und bekannte Formen der Kritik radikal aussetzen? Welche Ansätze einer nonverbalen und nichtdiskursiven, einer performativen und ästhetischen Kritik – und Wissensproduktion – werden dann möglich? In unserem explorativen Seminar wollen wir einen Austausch darüber anstoßen, wie wir uns zwischen situierten Formen der Praxis und Theorie (nicht) zurechtfinden. Darüber, welchen Habitus wir im akademischen Betrieb lernen und auch wieder verlernen möchten, mit welchen Stimmen wir darüber hinaus auch noch sprechen und forschen, und welche Erfahrungen wir aussen vor lassen, obwohl sie eng mit Wünschen und Notwendigkeiten der Kritik zusammenhängen (könnten). Wir werden erproben, wie Verschiebungen in unserer gewohnten Umgebung auch Verschiebungen der Kritik hervorrufen. Daher werden wir uns vor allem außerhalb des Seminarraums sowie außerhalb klassischer Seminarzeiten treffen. Beim gemeinsamen Essen, Trinken, Gehen, Diskutieren und Schreiben im Park, am Flussufer oder in der Kneipe werden wir unsere angelernten Werkzeuge der Kritik neu sortieren oder in Unordnung bringen. Dabei werden uns philosophische, literarische und gattungsübergreifende Texte, aber auch Bilder und Szenen aus der Popkultur und unserem persönlichen Alltag begleiten.
Vorab-Treffen (online via Big Blue Button: https://bbb.uni-hildesheim.de/b/luk-vbr-fiu-3gc) 11.06. – 16:00 bis 20:00 Uhr Seminarzeiten 25. bis 27. Juni 2026
25.06. – 14.00 Uhr bis Open End 26.06. – 14.00 Uhr bis Open End 27.06. – 10.00 bis 14.00 Uhr Die konkreten Orte werden noch bekanntgegeben. Teilnehmende sind eingeladen, eigene Vorschläge zu Zeiten und Treffpunkten in Hildesheim und Umgebung einzubringen. Individuelle Bedürfnisse werden im Vorfeld gemeinsam besprochen und nach Möglichkeit umfassend berücksichtigt. |