Kunst- und Kulturvermittlung betreffen die Kommunikation zwischen Kunst, Kultur und Rezipierenden und sollen Zugänge durch Bildung, Teilhabe und Austausch schaffen. Im Museumswesen gehören Ausstellen und Vermitteln zu den tradierten Kernaufgaben der Kulturinstitution Museum, die Übergänge sind fließend: Nach Daniel Tyradellis werden Ausstellungen nicht vermittelt, sondern sind selbst Vermittlung (Tyradellis 2014: 82). Der 2017 erschienene Sammelband Ausstellen und Vermitteln im Museum der Gegenwart versteht Vermittlung darüber hinaus als kritische Praxis, die traditionelle Formen kuratorischer Praxis sowie museale Institutionen hinterfragen kann.
Das Seminar setzt sich vor diesem Hintergrund mit Ansätzen und Methoden von Vermittlung im Museum auseinander und greift dabei u.a. Strategien des Audience Development im Sinne gelungener bzw. misslungener Zielgruppenansprachen sowie die Idee eines ›idealen Museums‹ auf. Das Wissen wird dann in ein reales Projekt übertragen: Das Sprengel Museum Hannover richtet alle zwei Jahre den Kurt-Schwitters-Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung aus. Im Jahr 2026 wird Nevin Aladag mit dem Preis ausgezeichnet. Die dazugehörige Ausstellung ist vom 28. November 2026 bis zum 28. Februar 2027 geplant.
In dem Seminar entwickeln wir in Zusammenarbeit mit der Abteilung ›Bildung und Vermittlung‹ des Sprengel Museum Hannover ein kunstvermittlerisches Konzept zur genannten Ausstellung. Vorgesehen sind regelmäßige Treffen mit der/dem verantwortlichen Kurator*in, sodass wir Einblicke in kuratorische Entscheidungen erhalten und Vermittlung nicht als ›Add-on‹, sondern als integralen Bestandteil der Ausstellung erleben. Gemeinsam erarbeiten wir darauf aufbauend ein Vermittlungsprogramm, welches (gern von Studierenden als Honorarkräfte) während der Laufzeit der Ausstellung auch umgesetzt werden soll.
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