| Lerninhalte |
Filme und Serien beschreiben nicht nur gesellschaftliche Wirklichkeiten – sie prägen diese aktiv mit. Als einflussreiche mediale Formen gestalten sie Bilder von Identität, Zugehörigkeit Normalität und die Vorstellung davon wer wir sein können und in welcher Gesellschaft wir leben wollen. In dieser Übung wird das Verhältnis von Narration und Besetzung als zentrales Wechselspiel untersucht: Welche Geschichten werden erzählt – und von wem? Welche Körper „dürfen" welche Rollen verkörpern? Und was bedeutet es, diskriminierungskritisch zu erzählen und zu besetzen?
Im Mittelpunkt dieser Übung stehen Perspektiven von Menschen, die negativ von Diskriminierung betroffen sind, sowie marginalisierte Positionen, die im Mainstream oft unterrepräsentiert oder stereotyp dargestellt werden. Ziel ist es, Ansätze zu entwickeln, die nicht bloß Vielfalt abbilden, sondern strukturelle Ausschlüsse hinterfragen und transformieren. Die Übung kombiniert theoretische Grundlagen (Postkoloniale Theorie, Gender & Queer Studies, Critical Whiteness u. a.) mit praktischer Reflexion: Anhand von Fallstudien, szenischen Übungen und Besetzungsanalysen erproben wir alternative Formen der Stoffentwicklung und Besetzungspraxis. Dabei geht es auch um Fragen der Verantwortung im künstlerischen Schaffen: Wie kann diskriminierungskritische Haltung ästhetisch und strukturell wirksam werden, im Drehbuch wie in der Produktionsrealität?
|