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In diesem Seminar verfolgen wir Nietzsches Schreibprozess seit „Menschliches, Allzumenschliches“ (1876). Hier setzt Nietzsches eigenwillige Art des Denkens und Schreibens ein, die sich perspektivisch zunächst als „Schule des Verdachts“ auf psychologische Verhaltensweisen und moralische Wertsetzungen, auf Fragen der Metaphysik und der Kunsttheorie beziehen, jedoch in einer gegenüber der traditionellen Philosophie völlig neuen Operationsweise. Philosophisches Denken wird in dieser Phase erstmals als experimentelles Schreiben betrieben. Wir werden die Strukturen, Gesten, Diktionen und Ergebnisse dieses Verfahrens unter Gesichtspunkten der Schreibprozessforschung unter die Lupe nehmen. Weitere Werke, denen wir uns in diesem Rahmen widmen, werden „Morgenröte“ (1879) und „Die Fröhliche Wissenschaft“ (1882) sein. Als grundsätzliche Fragestellung erscheint der problematische Zusammenhang zwischen Denken und Schreiben, der nicht allein für Philosophen von Bedeutung ist. Das Seminar kann auch ohne den Besuch der Vorlesung aus dem Wintersemester 25/26 besucht werden. |