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Die ersten Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer werden oft als eine Zeit des Feierns, der Aufregung und der Hoffnung dargestellt. Damals verkündete Francis Fukuyama das sogenannte Ende der Geschichte, und der Diskurs, den Mark Fisher als kapitalistischen Realismus bezeichnete (der Glaube, dass der Kapitalismus unvermeidlich ist), schien sich durchzusetzen. In der populären Vorstellung des „ehemaligen Westens“ werden die 1990er Jahre manchmal als Objekt der Nostalgie dargestellt. Vernachlässigt wird dabei jedoch die harte Realität der ersten Phasen der postsozialistischen Transformation, die von Wirtschaftskrisen und vielfältigen sozialen Krisen in verschiedenen Ländern geprägt war, wie den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien oder den sogenannten Baseballschlägerjahren in Deutschland – Jahren politischer und wirtschaftlicher Turbulenzen und Gewalt. In diesem Kurs beschäftigen wir uns mit der Populärkultur dieser Zeit in den sogenannten postsozialistischen Ländern und darüber hinaus, aber auch mit der populären Erinnerung und Wahrnehmung dieser Zeit.
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