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Gesprächsszenen haben in der Filmpublizistik nicht den besten Ruf. Der Film gilt primär als Medium des Blicks, der Mise en scène und der Bildgestaltung. Dialoge und andere Gesprächsszenen standen nach der Einführung des Tonfilms im Verdacht, den Film als "Bildkunst" abzuschwächen, und ganz hat sich dieses Misstrauen nie aus dem Schreiben über Film verloren.
Was also lässt sich Gesprächsszenen im Film abgewinnen: dramaturgisch, ästhetisch und inszenatorisch? Um sich dieser Frage anzunähern, sollen in der Analyse ausgewählter Gesprächsszenen sowohl Fragen der 'Makro-Dramaturgie' thematisiert werden (welche Szenen finden sich im jeweiligen Film vor und nach einer Gesprächsszene?) als auch das Thema der Besetzung (welche Figuren führen das Gespräch, in welcher Konstellation und in welchen Rollen?), der Agenda (worum geht es in dem Gespräch, implizit und explizit?), des Missverstehens, der Machtverhältnisse, der Atmosphäre, der Ausstattung (Setting, Dekor, Objekte) sowie, last but not least, der Kameraarbeit (Kadrierung, Blickwinkel, Bewegungen), der Montage und der Postproduktion.
Die in den Sitzungen diskutierten Filmszenen können von der Seminarleitung vorgeschlagen werden. Zugleich sind Vorschläge und Einreichungen der Teilnehmer:innen sehr willkommen - je frühzeitiger, desto besser.
Parallel zu den Analysen soll in kleinen Gruppen an der Gestaltung oder Inszenierung von Gesprächsszenen (Dauer: nicht mehr als 5 min insgesamt) gearbeitet werden, die zum Ende des Semesters als Studienleistung eingereicht werden. |