ACHTUNG: dieses Seminar kann nur zusammen mit dem kunstpraktischen Seminar 1830: "Gaube, Giebel, Gesims: Eine Einführung in das Freihandzeichnen historischer Architektur" besucht werden. Während die Analyse gegenständlicher Bilder in vielen Fällen auf Erfahrungen aus der Alltagswelt (Natur, Anatomie, Kleidung usw.) zurückgreifen kann, bedarf die Analyse von Architektur eigener Techniken. Es bedarf eines Sinns für Geometrie und Stereometrie. Zudem gibt es eine eigene Terminologie, die man lernen muss, um Architektur zu beschreiben. Dieses Doppelseminar (1829+1839) geht einen besonderen Weg, um die Wahrnehmung, Analyse und Darstellung von Architektur einzuüben: es verbindet eine kunsthistorische Einführung in die Architekturterminologie mit der zeichnerischen Erfassung und Darstellung von Gebäuden. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Objekte am besten in ihrem Wesen und ihrer Atmosphäre erschlossen sowie in ihrem Aufbau „verstanden“ werden, indem man sie zeichnet. Jene Verzahnung von Theorie und Praxis bahnt konsequenter Weise die Verwendung architekturtypischer Zeichenwerkzeuge und Vorgehensweisen an, wie z.B. das Zeichnen mit „Rapidographen“ (Tuschestiften) unter anderem auf Transparentpapier oder diverse Möglichkeiten des Kolorierens in Prozessen des Skizzierens u.ä. Das erworbene Begriffswissen spiegelt und festigt sich hernach sowohl in perspektivischen Übungen als auch in Details und anderen Spielarten der architektonischen Freihandzeichnung. Auf der Metaebene wird zusätzlich der Blick auf die Vorgehensweise bekannter Architekt*innen (resp. auf ihre Entwurfszeichnungen) gerichtet werden sowie didaktische Bezüge vor allem gegen Ende des Seminars eine konkrete Rolle spielen. Es finden sowohl Termine im Seminarraum als auch vor konkreten Bauten in Hildesheim statt. |