| Literatur |
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| Lerninhalte |
Wie viele Theaterstücke in arabischer Sprache haben Sie je gesehen? Und warum? In welchem Rahmen? Was genau wussten Sie über das, was Sie gesehen haben sollten? Probieren Sie eine Google-Suche. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Ihnen Begriffe wie „Widerstand“, „Zensur“, „Bürgerkrieg“, „Diktatur“, „Patriarchat“ oder „Terrorismus“ zuerst begegnen. Das arabischsprachige Theater scheint in der internationalen Wahrnehmung fast ausschließlich durch politische Konflikte, staatliche Repression oder religiöse Tabus lesbar zu sein. Ich fordere Sie heraus: Finden Sie einen Artikel, ein Essay oder ein Buch über arabisches Theater, das sich ausschließlich mit Ästhetik beschäftigt ohne politische Rahmung, ohne pädagogischen Beipackzettel, ohne den moralischen Imperativ zur Haltung. Einen arabischen Herbert Fritsch? Viel Erfolg. Stattdessen lassen sich häufig Lesarten beobachten wie die folgende über meine eigene Arbeit schrieb der Kritiker Stefan Keim (Deutschlandfunk Kultur, 2013): „Arabisches Theater: Kreischen und Brüllen für die Emanzipation. (…) Die tunesische Theatermacherin Meriam Bousselmi zeigt mit ‚Sünde Erfolg‘ Leiden und Kampf der arabischen Künstlerinnen. Flapsig könnte man sagen: Hier trifft Alice Schwarzer auf René Pollesch.“ Was steckt hinter solchen Zuschreibungen? Gibt es tatsächlich ein Theater, das sich freiwillig als politisch positioniert oder wird diese politische Identität vielmehr von außen zugewiesen? Wer verfügt über die Deutungshoheit des Politischen? Die Künstler:innen selbst oder die Instanzen, die fördern, programmieren, übersetzen und rezipieren? Dieses Seminar bietet eine Einführung in die strukturellen Spannungen, die das arabischsprachige Theater prägen: zwischen Repräsentation und Instrumentalisierung, zwischen kuratorischer Rahmung und ästhetischer Autonomie, zwischen Selbstbeschreibung und Fremdzuschreibung. Wir untersuchen dabei nicht nur die Inhalte einzelner Werke, sondern auch die Bedingungen ihrer Sichtbarkeit: Förderpolitiken, institutionelle Allianzen, Diskurse des Exils und nicht zuletzt die Rolle regionaler Festivals wie die Journées théâtrales de Carthage, das Arab Theatre Festival oder das Cairo International Festival for Experimental Theatre, die gleichermaßen als Plattformen wie als Filter fungieren. Ziel ist es, gemeinsam zu reflektieren, was es heißt, als arabischsprachige:r Künstler:in „politisch“ zu sein und ob dies überhaupt eine künstlerisch wählbare Option ist, oder vielmehr eine epistemische Zwangslage. Lernziele: - Vertrautheit mit zentralen ästhetischen, thematischen und kulturpolitischen Fragestellungen des arabischsprachigen Theaters. - Analyse der kulturpolitischen Kontexte, institutionellen Förderstrukturen und transnationalen Dispositive, die Sichtbarkeit, Rezeption und Rahmung arabischsprachiger Theaterproduktionen beeinflussen. - Reflexion über das Spannungsverhältnis zwischen künstlerischer Selbstpositionierung und externer Zuschreibung als „politisch“ mit besonderem Fokus auf epistemische Asymmetrien, kuratorische Erwartungshaltungen und diskursive Vereinnahmungen. Methoden - Politisch-ästhetische Analyse: Untersuchung narrativer Strukturen, ästhetischer Kompositionen und thematischer Setzungen in exemplarischen Theaterinszenierungen und Festivalformaten aus dem arabischsprachigen Raum mit besonderem Fokus auf das Spannungsverhältnis zwischen ästhetischer Praxis, politischer Lesbarkeit und institutioneller Rahmung. - Theoriebasierte Reflexion: Lektüre und diskursive Auseinandersetzung mit Schlüsseltexten aus Ästhetiktheorie, Cultural Policy Studies, politischer Theorie und Performance Studies mit dem Ziel, konzeptionelle Werkzeuge zur Analyse kultureller Zuschreibungsprozesse zu erarbeiten. - Kontextanalytische Recherchen: Kritische Auswertung sekundärer Materialien (z. B. Rezensionen, Interviews, Archivquellen) sowie Analyse kulturpolitischer Kontexte, Sichtbarkeitsstrategien und institutioneller Dispositive anhand ausgewählter Fallstudien. Meriam Bousselmi: www.uni-hildesheim.de/grk-2477/bousselmi |