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مُسَيَّس؟ (mu-sai-yas?) – „politisiert“? Is Arabic-Speaking Theatre Trapped by the Political – or Framed as Such? - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar mit Praxisanteilen Learnweb   Logo Learnweb
Veranstaltungsnummer 2061 Kurztext
Semester WiSe 2025/26 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen
Rhythmus Studienjahr / Zielgruppe Bachelor-Studierende (für Master-Studierende geöffnet)
Credits Anmeldung Anmeldepflicht
Hyperlink   Evaluation Noch nicht entschieden
Sprache englisch
Anwesenheitspflicht Ja (mind. 80%) (?)
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum (mögliche Änderungen beachten!) Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export
Mi. 12:00 bis 14:00 c.t. wöchentlich 29.10.2025 bis 04.02.2026  Hs 46 / Weißes Haus - KC.46.0.06 (Seminarraum) Raumplan Bousselmi     07.01.2026:  Ausfallbemerkung nur nach dem Einloggen sichtbar.
14.01.2026:  Ausfallbemerkung nur nach dem Einloggen sichtbar.
Gruppe 1-Gruppe:


Zugeordnete Person
Kontaktperson (durchführend) Zuständigkeit
Bousselmi, Meriam verantwortlich und durchführend
LSF - Module
Modulkürzel Modultitel
THE-AMGEG1 AM Gegenwartsth., TM: Theatertexte und Inszenierungen der Gegenwart
THE-AMGEG2 AM Gegenwartsth., TM: Experimentelle Theater der Gegenwart
0ERA-3LP Veranstaltungen mit 3 Credits f. ausl. Programmstud. (ERASMUS)
0ERA-4LP Veranstaltungen mit 4 Credits f. ausl. Programmstud. (ERASMUS)
THE-AMTG1 Theorie u. Gesch. d. Theaters, TM: Theorie des Theaters
THE-AMTG2 Theorie u. Gesch. d. Theaters, TM: Geschichte des Theaters
THE-AMPK1 AM Theater u.d.a.Künste / Populäre Kultur, TM: Theater und die anderen Künste
THE-VM1 VM Theo. u. Gesch. d. Theaters / Gegenwartstheater, TM: Aktuelle Tendenzen der Theatertheorie und -historiographie / Strategien u. Diskurse zeitgenössischen Theaters
MTHE-S311 Mastermodul 1 Prod. u Refl. von Inszen., TM 1: Produktion von Inszenierungen
KWPK-AM3 BA KuWi AM Kulturwiss./Pop.Kultur, TM 3: Kulturgeschichte / Populäre Kultur / Kulturphilosophie
KWPK-AM2 BA KuWi AM Kulturwiss./Pop.Kultur, TM 2: Ästhetische Verfahrensweisen, Kulturtechniken und mediale, theatrale, musikalische Präsentationen
KTh-VvTTgF Vermittlung von Theater/Theater in gesellschaftlichen Feldern
Zuordnung zu Einrichtungen
Inst. für Medien, Theater und Populäre Kultur
Inst. für Kulturpolitik
Inhalt
Literatur

Albers, Yvonne. Scheiternde Zeugen, machtlose Wähler: Der Zuschauer im zeitgenössischen libanesischen Theater. Literaturen im Kontext 32, Reichert Verlag, 2011.
Amine, Khalid. “Decolonizing Theatre History in the Arab World.” Horizons/Théâtre, no. 12, 2018, https://doi.org/10.4000/ht.279. Accessed 5 Aug. 2025.
—. “Re-enacting Revolution and the New Public Sphere in Tunisia, Egypt and Morocco.” Theatre Research International, vol. 38, no. 2, 2013, pp. 87–103, https://doi.org/10.1017/S0307883313000011.
—. “Theatre Festivals in Post-Arab Spring Countries.” The Cambridge Companion to International Theatre Festivals, edited by Ric Knowles, Cambridge UP, 2020, pp. 147–161.
—. “Theatre in the Arab World: A Difficult Birth.” Theatre Research International, vol. 31, no. 2, 2006, pp. 145–162, https://doi.org/10.1017/S0307883306002094.
Amine, Khalid, and Babak Rahimi. “The Reinvention of Storytelling Tradition in Moroccan Theater: From Postcolonial Hybridity to Women’s Empowerment.” Theater in the Middle East: Between Performance and Politics, Anthem Press, 2020, pp. 71–86.
Amine, Khalid, and Marvin Carlson. The Theatres of Morocco, Algeria and Tunisia: Performance Traditions of the Maghreb. Palgrave Macmillan, 2012.
Basiouny, Dalia. “Much Ado About ‘Theatre and Censorship Conference.’” Arab Stages, vol. 2, no. 1, Fall 2015. Martin E. Segal Theatre Center Publications.
Bellan, Monique. Dismember Remember: Das anatomische Theater von Lina Saneh und Rabih Mroué. Reichert Verlag, 2013.
Ben Yakoub, Joachim, and Fida Hammami. “A Counterpoint Reading of the Moussem Cities@Tunis Festival.” Arab Stages, vol. 2, no. 2, Spring 2016. Martin E. Segal Theatre Center Publications.
Hafez, Sabry. “The Quest for Freedom in Arabic Theatre.” Journal of Arabic Literature, vol. 26, no. 1/2, 1995, pp. 10–36. JSTOR, http://www.jstor.org/stable/4183362. Accessed 5 Aug. 2025.
Hemke, Rolf C., editor. Theater im arabischen Sprachraum / Theatre in the Arab World. Theater der Zeit, 2013.
Keim, Stefan. Arabisches Theater: Kreischen und Brüllen für die Emanzipation. Deutschlandfunk Kultur, 20 Nov. 2013, https://www.deutschlandfunkkultur.de/arabisches-theater-kreischen-und-bruellen-fuer-die-100.html. Accessed 5 Aug. 2025.
Najjar, Michael Malek. “Theatre as an Optimistic Political Act: Lebanese Theatre Artist Sahar Assaf.” Arab Stages, vol. 2, no. 1, Fall 2015. Martin E. Segal Theatre Center Publications.
Radouani, Jaouad. “The Arab Theatre Festival (7th Session).” Arab Stages, vol. 1, no. 2, Spring 2015. Martin E. Segal Theatre Center Publications.
Schanda, Susanne. “Arab Theatre at the Zurich Theaterspektakel: Between Coma and Protest.” Qantara.de, 5 Sept. 2016, https://qantara.de/en/article/arab-theatre-zurich-theaterspektakel-between-coma-and-protest.
—. “Warning against a Black Wave of Islamism.” Qantara.de, 29 July 2013, https://qantara.de/en/article/tunisian-theatre-director-fadhel-jaibi-warning-against-black-wave-islamism. Accessed 5 Aug. 2025.
Selaiha, Nehad. “For Future Reference: Art and Politics (1999).” Arab Stages, vol. 6, Nehad Selaiha Memorial Issue, Spring 2017. Martin E. Segal Theatre Center Publications.
Yassin, Muawiyah, and Nasaybah Awajan. “A Contemporary Adaptation of Shakespeare’s Plays in Al Bassam’s The Arab Shakespeare Trilogy.” Journal of International Conference on Contemporary Culture, vol. 25, no. 1, 2025, https://doi.org/10.36923/jicc.v25i1.1017.
Ziter, Edward. Political Performance in Syria: From the Six-Day War to the Syrian Uprising. Palgrave Macmillan, 2015.

 

Bemerkung

Das Seminar wird zweisprachig auf Englisch und Deutsch durchgeführt. Die Arbeits- und Diskussionssprache ist flexibel und orientiert sich an den Materialien und Beiträgen der Teilnehmenden.
Auch audiovisuelle und textbasierte Materialien auf Französisch und Arabisch werden einbezogen und durch Übersetzungshilfen ins Deutsche oder Englische kontextualisiert.

Studienleistung: Aktive Teilnahme und Hausarbeit.
Prüfungsleistung: Hausarbeit, Form und Fragestellung werden gemeinsam festgelegt.

Lerninhalte

Wie viele Theaterstücke in arabischer Sprache haben Sie je gesehen? Und warum? In welchem Rahmen? Was genau wussten Sie über das, was Sie gesehen haben sollten? Probieren Sie eine Google-Suche. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Ihnen Begriffe wie „Widerstand“, „Zensur“, „Bürgerkrieg“, „Diktatur“, „Patriarchat“ oder „Terrorismus“ zuerst begegnen. Das arabischsprachige Theater scheint in der internationalen Wahrnehmung fast ausschließlich durch politische Konflikte, staatliche Repression oder religiöse Tabus lesbar zu sein.
Ich fordere Sie heraus: Finden Sie einen Artikel, ein Essay oder ein Buch über arabisches Theater, das sich ausschließlich mit Ästhetik beschäftigt ohne politische Rahmung, ohne pädagogischen Beipackzettel, ohne den moralischen Imperativ zur Haltung. Einen arabischen Herbert Fritsch? Viel Erfolg.
Stattdessen lassen sich häufig Lesarten beobachten wie die folgende über meine eigene Arbeit schrieb der Kritiker Stefan Keim (Deutschlandfunk Kultur, 2013):
„Arabisches Theater: Kreischen und Brüllen für die Emanzipation. (…) Die tunesische Theatermacherin Meriam Bousselmi zeigt mit ‚Sünde Erfolg‘ Leiden und Kampf der arabischen Künstlerinnen. Flapsig könnte man sagen: Hier trifft Alice Schwarzer auf René Pollesch.“
Was steckt hinter solchen Zuschreibungen? Gibt es tatsächlich ein Theater, das sich freiwillig als politisch positioniert oder wird diese politische Identität vielmehr von außen zugewiesen? Wer verfügt über die Deutungshoheit des Politischen? Die Künstler:innen selbst oder die Instanzen, die fördern, programmieren, übersetzen und rezipieren?
Dieses Seminar bietet eine Einführung in die strukturellen Spannungen, die das arabischsprachige Theater prägen: zwischen Repräsentation und Instrumentalisierung, zwischen kuratorischer Rahmung und ästhetischer Autonomie, zwischen Selbstbeschreibung und Fremdzuschreibung.
Wir untersuchen dabei nicht nur die Inhalte einzelner Werke, sondern auch die Bedingungen ihrer Sichtbarkeit: Förderpolitiken, institutionelle Allianzen, Diskurse des Exils und nicht zuletzt die Rolle regionaler Festivals wie die Journées théâtrales de Carthage, das Arab Theatre Festival oder das Cairo International Festival for Experimental Theatre, die gleichermaßen als Plattformen wie als Filter fungieren.
Ziel ist es, gemeinsam zu reflektieren, was es heißt, als arabischsprachige:r Künstler:in „politisch“ zu sein und ob dies überhaupt eine künstlerisch wählbare Option ist, oder vielmehr eine epistemische Zwangslage.

Lernziele:
- Vertrautheit mit zentralen ästhetischen, thematischen und kulturpolitischen Fragestellungen des arabischsprachigen Theaters.
- Analyse der kulturpolitischen Kontexte, institutionellen Förderstrukturen und transnationalen Dispositive, die Sichtbarkeit, Rezeption und Rahmung arabischsprachiger Theaterproduktionen beeinflussen.
- Reflexion über das Spannungsverhältnis zwischen künstlerischer Selbstpositionierung und externer Zuschreibung als „politisch“  mit besonderem Fokus auf epistemische Asymmetrien, kuratorische Erwartungshaltungen und diskursive Vereinnahmungen.

Methoden
- Politisch-ästhetische Analyse: Untersuchung narrativer Strukturen, ästhetischer Kompositionen und thematischer Setzungen in exemplarischen Theaterinszenierungen und Festivalformaten aus dem arabischsprachigen Raum mit besonderem Fokus auf das Spannungsverhältnis zwischen ästhetischer Praxis, politischer Lesbarkeit und institutioneller Rahmung.
- Theoriebasierte Reflexion: Lektüre und diskursive Auseinandersetzung mit Schlüsseltexten aus Ästhetiktheorie, Cultural Policy Studies, politischer Theorie und Performance Studies mit dem Ziel, konzeptionelle Werkzeuge zur Analyse kultureller Zuschreibungsprozesse zu erarbeiten.
- Kontextanalytische Recherchen: Kritische Auswertung sekundärer Materialien (z. B. Rezensionen, Interviews, Archivquellen) sowie Analyse kulturpolitischer Kontexte, Sichtbarkeitsstrategien und institutioneller Dispositive anhand ausgewählter Fallstudien.

Meriam Bousselmi: www.uni-hildesheim.de/grk-2477/bousselmi 

 


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2025/26 , Aktuelles Semester: SoSe 2026
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