Wenn Sie diesen Text sehen, ist auf ihrem Gerät noch nicht das neue Layout geladen worden. Bitte laden Sie diese Seite neu (ggf. mit gedrückter 'Shift'- oder 'Alt'-Taste) oder in einem 'privaten Fenster'.
Weitere Hinweise unter https://www.uni-hildesheim.de/wiki/lsf/faq/fehler.im.layout.

Zur Seitennavigation oder mit Tastenkombination für den accesskey-Taste und Taste 1 
Zum Seiteninhalt oder mit Tastenkombination für den accesskey und Taste 2 
Startseite    Anmelden     

„I’m Not Acting“ – Inszenierung und Fragen der Zeugenschaft - Einzelansicht

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar mit Praxisanteilen Learnweb   Logo Learnweb
Veranstaltungsnummer 2060 Kurztext
Semester WiSe 2025/26 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen
Rhythmus Studienjahr / Zielgruppe Bachelor-Studierende (für Master-Studierende geöffnet)
Credits Anmeldung Anmeldepflicht
Hyperlink   Evaluation Noch nicht entschieden
Sprache englisch
Anwesenheitspflicht Ja (mind. 80%) (?)
Termine Gruppe: 1-Gruppe iCalendar Export
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum (mögliche Änderungen beachten!) Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
iCalendar Export
Di. 18:00 bis 20:00 c.t. wöchentlich 28.10.2025 bis 03.02.2026  Hs 50 / Hohes Haus - KC.50.4.02 (Hohes Haus - großer Seminarraum) Raumplan Bousselmi     06.01.2026:  Ausfallbemerkung nur nach dem Einloggen sichtbar.
13.01.2026:  Ausfallbemerkung nur nach dem Einloggen sichtbar.
25
Gruppe 1-Gruppe:


Zugeordnete Personen
Kontaktperson (durchführend) Zuständigkeit
Bousselmi, Meriam verantwortlich und durchführend
Weitere Person Zuständigkeit
Heinicke, Julius, Professor Dr. nicht durchführend, nicht verantwortlich
LSF - Module
Modulkürzel Modultitel
KKPO-iKP KKP AM KP(i)/KM, TM: Internationale Kulturpolitik
0ERA-3LP Veranstaltungen mit 3 Credits f. ausl. Programmstud. (ERASMUS)
0ERA-4LP Veranstaltungen mit 4 Credits f. ausl. Programmstud. (ERASMUS)
THE-AMTG1 Theorie u. Gesch. d. Theaters, TM: Theorie des Theaters
KWPK-AM2 BA KuWi AM Kulturwiss./Pop.Kultur, TM 2: Ästhetische Verfahrensweisen, Kulturtechniken und mediale, theatrale, musikalische Präsentationen
THE-AMVe1 AM Th. u. s. Vermittlung, TM: Grundlagen der Theaterpädagogik
THE-AMTG2 Theorie u. Gesch. d. Theaters, TM: Geschichte des Theaters
THE-AMGEG1 AM Gegenwartsth., TM: Theatertexte und Inszenierungen der Gegenwart
THE-AMGEG2 AM Gegenwartsth., TM: Experimentelle Theater der Gegenwart
THE-AMPK1 AM Theater u.d.a.Künste / Populäre Kultur, TM: Theater und die anderen Künste
THE-VM1 VM Theo. u. Gesch. d. Theaters / Gegenwartstheater, TM: Aktuelle Tendenzen der Theatertheorie und -historiographie / Strategien u. Diskurse zeitgenössischen Theaters
MTHE-S311 Mastermodul 1 Prod. u Refl. von Inszen., TM 1: Produktion von Inszenierungen
KWPK-AM3 BA KuWi AM Kulturwiss./Pop.Kultur, TM 3: Kulturgeschichte / Populäre Kultur / Kulturphilosophie
THE-AMVe2 AM Th. u. s. Vermittlung, TM: Aktuelle Modelle der Theatervermittlung
KTh-GWTET Experimentelle Formen des Gegenwartstheaters
KTh-GWTIG Inszenierungen des Gegenwartstheaters
Zuordnung zu Einrichtungen
Inst. für Medien, Theater und Populäre Kultur
Inst. für Kulturpolitik
Inhalt
Literatur

Bachmann, Michael: Der abwesende Zeuge. Autorisierungsstrategien in Darstellungen der Shoah. Wilhelm Fink, 2015.
Dean, Carolyn J. The Moral Witness: Trials and Testimony after Genocide. Corpus Juris: The Humanities in Politics and Law. Cornell University Press, 2019.
Deema D. / Albast, Lara: „Gaza Testimonies: Selections from the Letters of Deema D.“ Journal of Palestine Studies, Jg. 53, Nr. 4 (2024), S. 62–68. https://doi.org/10.1080/0377919X.2025.2451603.
Felman, Shoshana / Laub, Dori: Testimony: Crises of Witnessing in Literature, Psychoanalysis, and History. Routledge, 1992.
Fricker, Miranda: Epistemic Injustice: Power and the Ethics of Knowing. Oxford University Press, 2007.
Krämer, Sybille / Schmidt, Sibylle (Hg.): Zeugen in der Kunst. Wilhelm Fink, 2016.
Mukagasana, Yolande: Not My Time to Die: A Testimony. Übers. von Zoë Norridge, Huza Press, 2019.
Sadr Haghighian, Natascha: Relearning Bearing Witness. n.b.k. Diskurs, Neuer Berliner Kunstverein, 2023.
Sadr Haghighian, Natascha: Was ich noch nicht erkenne, jetzt in diesem Moment / What I Do Not Recognize Yet, Now at This Very Moment. Hg. von Tom Holert, Harun Farocki Institut – HaFI 019, 2023.
Schuppli, Susan: Material Witness: Media, Forensics, Evidence. MIT Press, 2020.
Tindemans, Klaas: „The (Im)Possibility of Theatrical Representation: Dramatizing the Rwanda Genocide.“ In: Tilmans, Karin / van Vree, Frank / Winter, Jay (Hg.): Performing the Past: Memory, History, and Identity in Modern Theatre. transcript, 2010, S. 183–195.
Wieviorka, Annette: The Era of the Witness. Übers. von Jared Stark, Cornell University Press, 2006.

 

Bemerkung

Das Seminar wird zweisprachig auf Englisch und Deutsch durchgeführt. Die Arbeits- und Diskussionssprache ist flexibel und orientiert sich an den Materialien und Beiträgen der Teilnehmenden.
Auch audiovisuelle und textbasierte Materialien auf Französisch und Arabisch werden einbezogen und durch Übersetzungshilfen ins Deutsche oder Englische kontextualisiert.

Studienleistung: Wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben. 

Prüfungsleistung: Essay (ca. 10 Seiten) und/oder performative Arbeit – z. B. Video, szenische Präsentation, Bild-Text-Format, installative oder dokumentarische Form.

 

Lerninhalte

 “I am not an actress, I am a survivor of the genocide in Rwanda. That is my new identity. What I am going to tell you is simply my life during six weeks of the genocide.”
Mit diesen Worten eröffnet Yolande Mukagasana, Überlebende des Völkermords in Ruanda, die Performance Rwanda 94 des belgischen Kollektivs Groupov. In diesem Moment setzt sie die Frage in Szene, die dieses Seminar leitet: Was heißt es, Zeugenschaft zu üben – und sie zu empfangen? Welche Rolle spielen dabei Authentizität und Manipulation?
Zeugenschaft wird in diesem Seminar als ästhetisch-politische Praxis verstanden: ein situierter Akt des Sprechens, Schweigens, Zeigens oder Sichtbarmachens, der sich in unterschiedlichen Dispositiven artikuliert – in performativen, juristischen, medialen oder künstlerischen Settings. Zeugenschaft ist kein neutraler Bericht, sondern ein Akt der Anrufung, der Gestaltung und der Adressierung – situiert, relational und konflikthaft. Sie beruht auf ethischen Entscheidungen, impliziert politische Positionierungen, mobilisiert ästhetische Formen und ist durchzogen von Machtverhältnissen.
Zentrale Fragen sind:
Wie lässt sich Zeugenschaft als performativer Akt von Wahrheitssprechung und Repräsentation denken – in Sprache, Bild, Körper oder Raum?
• Welche ästhetischen Entscheidungen und ethischen Haltungen strukturieren das Verhältnis zwischen Ausdruck, Sichtbarkeit und Verletzbarkeit?
• Wie wird Zeugenschaft rezipiert – als Hören, Sehen, Erinnern oder auch als Ablehnung? Welche Verantwortung entsteht im Moment dieser Adressierung?
• Wie operiert Zeugenschaft als feministische, antikoloniale und widerständige Praxis – im Horizont politischer Positionierung, kollektiver Erinnerung und Formen der politischen Übertragung?
Im Seminar analysieren wir künstlerische, performative, juristische und digitale Zeugnisse in Kontexten politischer Gewalt, kolonialer Kontinuität und struktureller Ausschlüsse. Theorie, Lektüre und performative Reflexion greifen ineinander: Zeugenschaft wird nicht nur analysiert, sondern als Handlung befragt – als Szene, in der sich auch unsere eigene Position als Rezipient:innen, Adressierte oder Mitzeug:innen situiert.
Das Seminar versteht sich selbst als kollektive Praxis des Zeugens – ein Raum, in dem Hören, Antwort und Verantwortung gemeinsam erprobt werden.

Lernziele:
- Kritische Analyse von Zeugenschaft als ästhetisch-politischer und situiert-performativer Praxis.
- Reflexion der Bedingungen, unter denen Zeugenschaft geäußert, sichtbar gemacht, gehört oder disqualifiziert wird.
- Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Adressierte, Rezipient:innen oder Mitzeug:innen.
- Entwicklung eigener performativer Miniaturen, szenischer Skizzen oder medienbasierter Formate im Dialog mit Zeug:innenpraktiken.

Methoden
• Analytische Auseinandersetzung mit dokumentarischen, szenischen und performativen Zeugenschaftsformaten
• Theoriegeleitete Lektüre und gemeinsame Diskussion zentraler Texte aus Ästhetik, politischer Theorie und Performance Studies
• Reflexive, praxisorientierte Übungen zur Erprobung eigener ästhetisch-performativer Zugänge

 

 Meriam Bousselmi

 

 

 


Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 3 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2025/26 gefunden:
BA-Seminare  - - - 2
MA-Seminare  - - - 3
Impressum      Datenschutzerklärung     Datenschutz      Datenschutzerklärung     Erklärung zur Barrierefreiheit