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Die Lyrik als "gebundene Rede" wird, bei aller Freiheit, die ihr spätestens seit der Moderne gegeben ist, wesentlich von Regelhaftigkeiten bestimmt, mit der sich die Metrik beschäftigt: Wie ist ein Vers aufgebaut, wie eine aus Versen bestehende Strophe? Zentrale Begriffe sind dabei u.a. Versfuß, Versmaß und in weiterem Sinne auch Reim und Rhythmus. Aus diesen Bausteinen entstehen zuerst Vers-, dann Strophen- und letztendlich Gedichtformen, die zuweilen bekannter sind als konkrete Gedichte selbst und (zumindest in der Rückschau) ganze literarische Epochen dominieren können.
In diesem Seminar nähern wir uns dem Phänomen der lyrischen Form von zwei Seiten: Zum einen schulen wir unsere Analysefähigkeit, indem wir historische und gegenwärtige Gedichte nach metrischen Gesichtspunkten, die wir an ihnen erarbeiten, betrachten; zum anderen schreiben wir eigene Texte und gehen dabei in Werkstattsitzungen der Frage nach, wie wir die Beschäftigung mit Vers-, Strophen- und Gedichtformen im eigenen Dichten nutzbar machen können |