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Seit dem Beginn von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine ist der Begriff der Zeitenwende in aller Munde. Historisch deutet er auf die ‚Wende der Zeit‘, die schon die Griechen des Altertums in ihrem Dionysos-Kult mit ekstatischen Feiern beschworen. Wir hingegen verleihen mit dem Begriff Zeitenwende unserer eigenen Zeit apokalyptische Vorzeichen. Er ist zu einer politischen Über-Ich-Haube geworden, unter der wir uns alle bewegen. Im Seminar geht es uns speziell um das gewandelte Verhältnis zwischen Erfahrungs- und Erwartungshorizont (R. Koselleck): Welche Erwartungen leiten wir von dem ab, was wir erleben und was geschieht?
Wir wollen in diesem Sinne den Debatten und Diskursen folgen, die Woche für Woche das Nachrichtenfeld Zeitenwende bespielen, wollen sie sammeln, kommentieren und kritisch diskutieren. Das kann alle politischen und kulturellen Aspekte des Weltgeschehens betreffen. In jeder Sitzung werden Teilnehmende dazu ein Debatten-Monitoring der zurückliegenden Woche liefern und ausgewählte Beispiele zur Diskussion stellen. Dabei wird z. B. zu beobachten sein, wie politische Themen in den Feuilletons aufgenommen und weiterverarbeitet werden. Im Mittelpunkt wird das Studium verschiedener Zeitungen stehen, die zum Monitoring herangezogen werden. |