| Bemerkung |
Studienleistung: aktive Teilnahme, inkl. Erarbeitung und Kurzvorstellung eines künstlerischen Projekts im Rahmen des Seminars
Voraussichtliche Praxiseinheiten (individuell und ohne Präsenz): 26.11.2025, 17.12.2025, 21.01.2026. |
| Lerninhalte |
"Wer ist schon jemals einem Ich begegnet? Ich jedenfalls nicht." (Jacques Derrida in Safaa Fathys Film D'ailleurs Derrida, 1999)
Im Seminar beschäftigen wir uns anhand von Texten und Filmen mit der Produktion von historischem Wissen und seiner Verbindung zu Autor*innenschaft. Dabei geht es sowohl um die geschichtsphilosophische Dimension dessen, was überhaupt erzählt werden kann (Walter Benjamin, Jacques Derrida, Irit Rogoff) als auch um die medientheoretische Reflexion darüber, wie erzählt wird (Gertrud Koch, Christiane Voss, Vivien Sobchack, Laura Marks). Kann Fiktion ein Mittel sein, historische Wahrheit hervorzubringen? Oder ist Fiktion selbst bereits Teil dieser historischen Wahrheit?
Anhand dokumentarischer und künstlerischer Filme von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart (z.B. von Claude Lanzmann, Walid Raad und Hito Steyerl) werden wir uns auf die Suche nach dem autofiktionalen Selbst in historiographischen Kontexten begeben und erkunden, wie es hervorgebracht, aber auch dekonstruiert wird. Vor allem aber wollen wir uns diesen theoretischen Fragen praktisch annähern, indem wir in künstlerischen Übungen die Begegnung mit dem eigenen Ich verhandeln: Wo taucht es auf, und wie ist es historisch situiert? Was bleibt unverfügbar, und wie lässt sich gerade diese Unverfügbarkeit erfahrbar machen?
Hinweis: In der ersten Sitzung werden wir Irit Rogoffs Text Academy as Potentiality besprechen, in dem es ganz allgemein um education geht. Die Lektüre soll als Grundlage für einen offenen und kritischen Seminarkontext dienen, der gemeinsam reflektiert und verändert werden kann. Texts will be provided in English or German (based on availability), and I will do my best to accommodate any translation matters. Everyone is welcome to join. |