In den vergangenen zwei Jahrzehnten lassen sich im Bereich Performance, Tanz und Theater eine große Vielfalt an Mitmachformaten beobachten: Performer*innen tanzen mit dem Publikum, Installationen laden zum Bewegen ein, in eins-zu-eins-Sessions mit verbundenen Augen gehen Tänzer*innen mit Teilnehmenden auf Tuchfühlung, oder das Publikum wird mit Kopfhörern bestückt und durch die Stadt geschickt. Aus den Theater- und Tanzfestivals der Gegenwart sind partizipative Formate kaum wegzudenken.
Doch welche ästhetische Strategie verfolgen Kunstschaffende mit dem künstlerischen Einbeziehen des Publikums? Während die Diskurse um Partizipationskunst mit aufgeladenen Begriffen wie „Emanzipation“ und „Teilhabe“ operieren, ist wenig erforscht, um welche Form von Ästhetik es sich hier handelt.
Das Seminar mit Praxisanteil wird das Phänomen partizipativer Performanceformate aus theoretischer und praxeologischer Perspektiven beleuchten und dabei insbesondere danach fragen, welche Ästhetiken sich hier entfalten. Dafür werden Texte sowohl zu Partizipationskunst als auch zentrale Texte zur Ästhetiktheorie behandelt werden. Parallel werden über das Semester hinweg in Gruppenarbeit unterschiedliche partizipative Settings erarbeitet, die dann gemeinsam "erprobt" und ausgewertet werden sollen. Genaueres wird in der ersten Sitzung geklärt.
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