Durch die Übernutzung und Zerstörung von Ökosystemen verringern wir täglich die biologische Vielfalt auf unserem Planeten und gehen damit Risiken ein, deren Reichweite sich nicht absehen lässt. Die in Gang gesetzten Veränderungen sind irreversibel und ohne Vorbild. Durch eine Politik des Wachstums und die Folgen unseres ressourcenintensiven Lebensstils bedrohen wir mittel- bis langfristig nicht nur die Überlebensmöglichkeiten der Menschheit, sondern beschneiden darüber hinaus auch die evolutionären Perspektiven aller anderen Lebewesen auf der Erde.
Doch wie lässt sich sinnvoll – gegen konkurrierende, etwa wirtschaftliche, Ansprüche – für den Erhalt biologischer Vielfalt argumentieren? Welche motivationalen Ressourcen könnte die Umweltethik für den Schutz der gefährdeten Vielfalt bereitstellen? Ist biologische Vielfalt nur für uns Menschen gut oder stellt sie einen Wert an sich dar? Die Vorlesung sichtet und diskutiert ethische Antworten auf die Gefährdung der Umwelt, speziell der Artenvielfalt. Dabei verschaffen wir uns zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand unseres Wissens (aber auch unseres Nichtwissens) in Bezug auf Biodiversität und die sozioökonomischen Ursachen der Biodiversitätskrise.
Die Veranstaltung soll folgende Kompetenzen vermitteln:
- Grundkenntnisse umweltethischer Positionen und Argumentationsmuster
- Einsichten in die gesellschaftlichen Konflikte im Spannungsfeld von ökonomischen Interessen und Umweltschutz
- Fähigkeit zur selbstständigen und begründeten Urteilsbildung in Fragen der Umweltethik
Begleitend zur Vorlesung wird auch eine Übung angeboten, in der wir umweltethische Schlüsseltexte gemeinsam lesen und diskutieren. |