Was bedeutet es, wenn Musik live ist? Warum bleibt das eine wichtige und sinnvolle Kategorie, auch wenn nahezu jede musikalische Erfahrung heutzutage in irgendeiner Form durch elektronische und digitale Soundtechnologie vermittelt ist? Das Seminar beschäftigt sich mit der Herstellung und Bedeutung von liveness in zeitgenössischer Musikkultur und damit, wie elektronische und digitale Technologien auf verschiedene und weitreichende Art an der Erzeugung von performativer Bedeutung mitwirken – und das in den unterschiedlichsten Aufführungskontexten vom Stadionkonzert übers DJ-Set bis zur:zum live-loopenden Singer-Songwriter:in.
Das Seminar gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit kulturwissenschaftlicher Theorie zu liveness und damit verbundenen Diskursen (wie Instrumentalität, Performativität, Posthumanismus).
Im zweiten Teil befassen wir uns mit zwei Methoden qualitativer Sozialforschung – der teilnehmenden Beobachtung und dem teilstrukturierten Interview – um dann ins Feld zu gehen, d.h. musikalische Performances zu besuchen und mit Musiker:innen über ihre Performancepraxis zu sprechen, dies auszuwerten und gemeinsam zu diskutieren. |